#74 | Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz – Sparen bis der Arzt geht?
Shownotes
Wir sprechen über das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz, in dem der ambulante Sektor am stärksten belastet wird, während die Notfallreform gleichzeitig die Anforderungen an die ambulante Versorgung massiv erhöht – mit der Erwartung, Notdienststrukturen und Hausbesuche flächendeckend und rund um die Uhr sicherzustellen.
In den hausärztlichen Praxen stehen steigenden Anforderungen gedeckelte Honorare gegenüber – wer will sich unter diesen Bedingungen noch niederlassen? Wir ordnen ein, was die aktuellen Entwicklungen konkret für unsere Arbeit bedeuten.
Wer die Basis der ambulanten Versorgung kaputt spart, gefährdet die Versorgung und verschiebt bestehende Probleme, anstatt sie nachhaltig zu lösen.
Es braucht tragfähige strukturelle Reformen, eine effizientere Patientensteuerung, echten Bürokratieabbau, die Stärkung der Primärversorgung, bessere Digitalisierung und eine verlässliche Vergütung.
Folge aufgenommen am 29.04.2026
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00:00:01: Wir sind ja im Gesundheitswesen, also in
00:00:04: einer Aufholjahr.
00:00:05: Deutschland hat erhebliche Defizite.
00:00:07: Es ist ein unglaublich
00:00:09: kompliziertes Subjekt.
00:00:10: Keiner wusste, dass Healthcare so komplikativ wäre.
00:00:13: Willkommen zum Arztgespräch – dem Podcast über Medizin und Gesundheitspolitik!
00:00:18: Mein Name ist Christian Köhler.
00:00:19: Ich bin Facharzt für allgemeinen Medizin- und Hausarztin einer Gemeinschaftspraxis in Wiesbaden.
00:00:28: Ihr Podcast
00:00:28: Tino, ich bin ebenfalls Niedergelassene Hausarzt
00:00:31: in Wiesbaden.
00:00:33: Und mein Name ist Marc Hallefeldt und ich bin genauso Niederelassene Hausartist aber an einer Einzelpraxis in Bremerförde in Niedersachsen.
00:00:40: Ja und unser Thema heute ist natürlich das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz sparen bis der Arzt geht?
00:00:50: Ich möchte jetzt eigentlich gar nicht so ein ultralanges Intro hier halten, aber in den letzten Wochen ist ja im Gesundheitswesen schon wirklich unheimlich und ungewöhnlich viel passiert.
00:01:02: Und da müssen wir natürlich heute mal drüber reden.
00:01:06: Ende März hat eine von der Bundesgesundheitsministerin eingesetzte Finanzkommission sixensechzig Reformvorschläge vorgelegt um die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren.
00:01:20: Der Hintergrund, das ist bekannt die Ausgaben steigen eben viel schneller als die Einnahmen und die Finanzierungslücke wächst in den nächsten Jahren rapide an.
00:01:28: In twenty-seven und zwanzig sind das knapp sechzehn Milliarden und im Jahr zweizig dreizig dann schon vierzig Milliarden wenn die Ausgangspolitik so weiter gestaltet wird wie bisher.
00:01:39: Ganz klar ist auch, dass wir das System reformieren müssen.
00:01:42: Wir alle kennen das und haben es hier in unzähligen Folgen schon durchgesprochen.
00:01:47: Das System ist zu teuer Es ist zu ineffizient Es leidet unter Fachkräftemangel Und wir haben eine immer größer werdende Zahl Anleistungsempfängern durch die Überalterung der Gesellschaft.
00:01:59: Das ist x-fach durchanalysiert, durch die verschiedensten Kommissionen ob das jetzt der Sachverständigenrat Gesundheit und Pflege isst Die Krankenhauskommission Jetzt eben diese Finanzkommissionsgesundheit Und wie gesagt auch in unserem Podcast kann man das
00:02:14: oft
00:02:14: und intensiv nachhören.
00:02:18: Jetzt in diesem Gesetzesentwurf für das Beitragsstabilisierungsgesetz finden sich von diesen sixty-sechzig Vorschlägen auch rund vierzig wieder, zusätzlich wurden auch noch eigene Sparmaßnahmen durch das Bundesgesundheitsministerium dort eingebaut und die treffen insbesondere den hausärztlichen Bereich.
00:02:37: man kann sagen dass hier eine Rebudgetierung
00:02:40: durch
00:02:41: eine Re-Bigetierung der Endbügetierung quasi stattfindet und darüber müssen wir halt heute sprechen.
00:02:46: Denn zusätzlich wurde auch noch die Reform der Notfallversorgung auf den Weg gebracht, die ja vorsieht dass rund um die urbesetzte Strukturen im ambulanten Bereich vorgehalten werden und das soll dann alles aus denselben personellen Ressourcen natürlich gestemmt werden.
00:03:03: Ja ist das jetzt ne Reform die unser System zukunftsfähig macht?
00:03:08: Wollen wir heute mal sprechen?
00:03:09: Hallo Marc, hallo Tino.
00:03:12: Servus Christian!
00:03:13: Guten
00:03:13: Morgen.
00:03:14: Ja Tino ich würde dich gerne als erstes fragen.
00:03:17: du bist ja Vorsitzender in Hessen vom Hausärztin und Hausärzteverband Du bist im Bundesvorstand, du bist in der KV Hessen.
00:03:26: Ich denke mal deinen E-Mail postfach ist in den letzten Tagen übergelaufen.
00:03:31: Wie hast du denn diese ganze Entwicklung da jetzt mit verfolgt?
00:03:36: Macht das mit dir?
00:03:37: Was ist da dein Fazit?
00:03:39: Sag mal Jungs, ihr seid ja schon auch ein zwei Tage alt.
00:03:43: Erinnert ihr euch noch an diesen tollen Film von parein neunzig amagedon?
00:03:49: Ja genau so fühle ich mich.
00:03:52: also.
00:03:52: wir haben ein echtes Problem der cometrast auf die Erde zu.
00:03:56: Wir haben eine hoch kompetente Gruppe Die sich um das problem kümmert die nasa.
00:04:03: und wen schicken sie den?
00:04:05: die dümmsten der dummen.
00:04:09: und genauso komme ich mir beim bei dieser ganzen diskussion vor um die kostenreduktion.
00:04:16: es ist echt ein irrsinn weil so viele kompetente leute eben anmerken dass wir einen strukturproblem haben in unserer Minipodcast-Serie über die vergangenen Gesundheitsreform berichtet.
00:04:32: Da hatten wir dann auch gesagt, das sind eigentlich alles immer nur so Kostendämpfungsgesetze.
00:04:37: und ich war am Anfang ganz positiv gestimmt dass da doch was Gutes rauskommt ist da endlich mal an die Strukturen rangehen, die notwendig sind weil man das mit Kostedämpfunkel alleine nicht erreichen kann.
00:04:49: und was kriegen wir wie bei den Schildbürgern?
00:04:53: Wir kriegen einen Kostenspargesetz.
00:04:56: Ja, ja das ist natürlich richtig.
00:04:58: Es ist wenig jetzt an strukturellen Reformen eigentlich gar nichts groß in diesem Gesetz eingebaut.
00:05:05: es geht eigentlich hauptsächlich darum Kosten zu sparen.
00:05:08: bisschen zynisch fand ich von Frau Waken dass sie da auch gesagt hat naja wenn Sie Kritiker aus allen Ecken kommt dann hat sie wahrscheinlich alles richtig gemacht.
00:05:18: das ist Natürlich Zynismus der sehr unangebrachtes weil es doch hauptsächlich die Leistungserbringer und die Versicherten selber trifft, die hier ordentlich bespart werden.
00:05:30: Dann gehen wir auch noch mal auf die einzelnen Punkte denke ich ein bisschen ein.
00:05:35: Marc wie ging es dir damit als du das jetzt heute so gehört hast?
00:05:38: Du bist jetzt von uns in der Einzelpraxis, du bist eher im ländlichen Raum... Ja was macht das mit dir?
00:05:47: Also am Ende ist es so.
00:05:49: Das ist politischer Moment sowieso schwer, weil ich glaube es gibt keinen Themenfeld das mir einfällt wo ich sage der wird irgendwie vernünftige Arbeit gemacht oder irgendwas Sinnvolles.
00:05:58: Oder auch nur etwas was man irgendwie rational begründen könnte sondern eigentlich nur eine Politik die in einer Ideologie folgt nach Form.
00:06:10: und bei dieser Geschichte ist ja so wer kannten schon den Referentenentwurf?
00:06:14: Es war schon absehbar gewesen, dass der sich nicht mehr großartig verändern wird bevor es zum Kabinettsbeschluss kommt.
00:06:21: Ich habe letzte Woche telefoniert mit dem Christoph Weinrich.
00:06:25: Schöne Grüße von hier ist ja der Leiter der Stabstelle Recht bei der KBV und er hat eben auch erzählt das er das nicht sehr wahrscheinlich hält, Besserung oder Änderungen überhaupt kommen.
00:06:42: So kam es dann auch und er hat auch erzählt, dass darf ich auch so erzählen das weitergeben, dass letztendlich zwar alle gefragt worden sind aber halt kurz vor knapp über ein Wochenende praktisch einen Werktag da musste man die Stellungnahme schreiben Das meinte er.
00:07:00: okay das kann man von uns erwarten dafür werden wir bezahlt.
00:07:04: Aber die Anhörung zu den ganzen Playern vom Gesundheitsministerium lief dann eigentlich auch so ab, dass ich glaube hundertvierzig Parteien gehört worden sind.
00:07:16: Und die haben zwar alle was gesagt aber niemand hatte den Eindruck das zugehört wurde und es hat auch niemand den Eindruck gehabt, dass vorher auch jemand gefragt worden ist der sich auskennen war aus den Verbänden.
00:07:32: Es wird auf jeden Fall zu einer Verschlechterung kommen, gerade hier in unserem Bereich.
00:07:36: Und ich darf da nochmal erinnern, kürzlich im März kamen auch die Psychotherapeuten sollten weniger Honorar erhalten und dann wurde das gelegt und damit hat sich eine ganz schwierige Verhandlungssituation ergeben und am Ende kam es wirklich zu einer Kürzung der Honorare.
00:07:58: und das war im Märzen ist es passiert nur April?
00:08:01: was war?
00:08:02: Was ich damit sagen will ist, gerade wir die eigentlich null Runden hatten in den Praxen bzw.
00:08:11: geringe Zuwächse trotz immer weiter an steigender Kosten – darüber haben wir auch schon mehrfach gesprochen – an uns jetzt gespart werden, obwohl wir nur sechzehn Prozent das Gesundheitssystem kosten in etwa.
00:08:24: und was fehlt es?
00:08:25: vor allen Dingen die Zufalllässigkeit wenn man sich nicht darauf verlassen kann dass unser Umfeld stabil bleibt.
00:08:33: Das ändert sich innerhalb von einem Monat um signifikante Größenordnung unserer Honorar-Situation, wo wir ja auch unsere gesamte Struktur und unsere Praxis wie wir sie führen, wie wir die personell aufstellen, wie Sie organisieren, wenn wir das alles innerhalb kürzester Zeit umwerfen müssen dann will das echt irgendwann kann er machen.
00:08:52: also ich nicht jedenfalls.
00:08:54: Also dir Marc?
00:08:56: Vielleicht noch mal so ein bisschen zu dem Anfang, weil du hast jetzt viele Sachen gesagt.
00:09:00: Die sich gefühlt schon wieder wie eine halbe Ewigkeit anfühlen die aber ganz ganz vor kurzem erst passiert sind.
00:09:09: Also nur damit wir es mal so zeitlich einsortieren, heute ist der neunzwanzigste April.
00:09:14: am fünfzehnten April haben die Psychotherapeuten protestiert bundesweit in ganz vielen Städten.
00:09:20: ich war da auch auf einer Kundgebung in Wiesbaden mit dabei.
00:09:24: Am sechzehnten kam der Referentenanwurf zu dem GKV Finanzstabilisierungsgesetz raus.
00:09:33: Am Montag, den Zwanzigsten sollten dann die Stellungnahmen der Verbände und Körperschaften eingehen.
00:09:42: Und dann war eigentlich jetzt in der letzten Woche die Anhörung.
00:09:47: Dann wurde der Referentenentwurf überarbeitet und heute als Kabinettsentwurf ins Kabinet eingebracht, wurde verabschiedet und ist jetzt damit der Gesetzesentwurf.
00:09:57: Das bedeutet noch nicht dass das Spiel vorbei ist.
00:10:00: Es hat erst angefangen, es hat eine neue Stufe oder die nächste Stufe erklommen.
00:10:04: Also jetzt geht das Ganze dem Bundestag und wir Ärzte haben natürlich immer noch Möglichkeiten da zu intervenieren.
00:10:12: Und dann muss man sagen Wir Ärzten sind die, die jetzt intervenieren müssen weil Das machen sich auch die wenigsten
00:10:21: bewusst
00:10:23: der Sparmaßnahmen, lasten allein auf Leistungserbringer.
00:10:27: Das sind vorrangig die Ärzte, Psychotherapeuten und Krankenhäuser.
00:10:33: Die niedergelassenen Ärzten schultern davon einen wirklich großen Anteil, das betrifft Fach- und Hausärzte.
00:10:41: Und es ist tatsächlich durchaus versorgungsrelevant.
00:10:45: In diesem Bereich sind die Personalkosten allein um dreißig Prozent gestiegen in den letzten zwei Jahren.
00:10:52: Und das heißt mit anderen Worten, dass hat das ZD auch veröffentlicht, dass bei uns der real Umsatz gesunken ist weil eben die Kosten explosiert sind und die Einnahmen relativ stabil geblieben sind.
00:11:05: Wenn da jetzt rangegangen wird, ist das tatsächlich echt eine ernste Nummer.
00:11:11: Sie ist vor allen Dingen deswegen so ernst, weil ja gleichzeitig zwei weitere Gesetze noch im Rennen sind.
00:11:18: Eins ist schon verabschiedet das Notfallreform gesetzt.
00:11:22: Das kannst du vielleicht mal ein bisschen erzählen, Marc.
00:11:24: Du hast dich in der Vorbesprechung so schön darüber aufgeregt.
00:11:28: und dann soll ja noch das Primärsystem eingeführt werden.
00:11:34: also die Praxen an denen jetzt gespart wird sollen auch noch strukturelle Indromeschultern ist genau das, was ich meine.
00:11:43: Was mich an den Filmen Amagerdon erinnert, dass ein echtes Problem da ist.
00:11:48: Es sind jede Menge Fachleute da.
00:11:50: Kann ich später erzählen?
00:11:51: Ich habe auch mit Professor Gerlach die Gelegenheit gehabt zu sprechen und gelöst wird das Ganze von einer Leidenschauspielgruppe.
00:12:01: Ja es wirklich schrecklich!
00:12:02: Ich möchte es nochmal ergänzen weil ich mal eben darf... Weil wenn man jetzt einmal die Psychotherapeutin nehmen als aktuelles Beispiel dann haben wir einen Bereich, der extrem gefragt ist.
00:12:17: Der Bedarf ist extrem hoch und wir sind ja in der Marktwirtschaft.
00:12:21: Ich denke mal wenn die Psychotherapeutin brauchen müssen, wird sie natürlich auch bezahlen.
00:12:34: bezahlt oder die Vergütung reduziert, da wird man bestimmt nicht mehr Psychotherapeutinplätze bekommen und so weiter.
00:12:39: Und genauso ist es bei der ärztlichen Versorgung.
00:12:42: Gleichzeitig erzählt ich die Politik dass die Ärztliche versorgen besser wird um einen Recht hat in einer kürzester Zeit alle Leistungen zu erhalten und das muss man einfach auch so benennen.
00:12:52: Politik für Idioten.
00:12:54: So geht das nicht!
00:12:55: Das kann man den Leuten auch nicht verkaufen.
00:12:57: damit muss auch Schluss sein.
00:12:59: wenn man dann die Pressekonferenz gesehen hat von Herrn Gassen zwei eigentlich konkurrierende Verbände.
00:13:06: Dann war das schon sehr denkwürdig, wie die sich geäußert haben und das müssen wir alle auch tun weil sonst ist tatsächlich die Versorgung in Deutschland gefährdet und wir kommen hin zur englischen Verhältnissen irgendwann.
00:13:21: Lass uns mal zurückgehen auf die Änderungen im Gesetz konkret Welche Änderungen sich da für Hausärztinnen und Hausärzte vielleicht konkret ergeben?
00:13:34: Da haben wir den Wegfall der offenen Sprechstunden, die extra budgetäre Vergütung also der Terminvermittlung.
00:13:43: Wir haben die E-Paar Vergütungszuschläge
00:13:47: etc.,
00:13:48: aber was besonders hart wohl reinhaut... die nur bitten würde, dass du da vielleicht noch mal ein bisschen drüber sprichst.
00:13:57: Das ist diese sogenannte Grundlohnratenbindung, also das Vergütungszuwerkshal so unsere Honorare, die Grundlohenrate nicht mehr übersteigen dürfen und für zwanzig siebenundzwanzig bis neunzwanziger sogar minus einen Prozent betragen und damit auch mit sich vermischen aber es eben quasi zu einer Mengendeckelung kommt.
00:14:18: kannst du das ein bisschen für unsere Hörerinnen und Hörern ausführen?
00:14:23: Ja, ich würde es etwas vereinfacht formulieren.
00:14:27: Wenn die Grundlohnrate zwei Prozent steigt dann dürfen die Arzt Honorare nur um ein Prozent steigen und früher war das nicht unbedingt gekoppelt.
00:14:37: da ging's ja auch darum dass die Mobilität eine Rolle spielt die Fallzahl eine Rolle Bevölkerungszuwachs usw.
00:14:44: Und das wird jetzt alles.
00:14:46: im Grunde genommen gilt das zwar noch Und dann kommt man dazu, dass aufgrund von den eben genannten Faktoren die Honorierung um drei Prozent steigen müsste.
00:14:56: Aber dann greift die Grundlohnratenkopplung und dann wird aus dem eigentlich drei Prozent die Steigenmüste eben nur ein Prozent.
00:15:07: durchaus hart trifft für alle Kolleginnen und Kollegen, die jetzt in die HZV eingeschrieben sind.
00:15:13: In den Haushaltszentrierte versorgen.
00:15:15: auch da gibt es eine Budgetierung dieser Selektivverträge.
00:15:18: das heißt also dass wenn wir mehr Patientinnen und Patienten in die hzv einschreiben auch hier eine budgetierung eingeführt wird.
00:15:26: das war ja immer unbudgetiert.
00:15:29: das heißt man kann eigentlich sagen quer durch alle vorhaben Immer dort, wo wir als Ärztinnen und Ärzte in unseren Praxen mehr Patienten behandeln wollen.
00:15:41: Weil wir das auch in den nächsten Jahren müssen wird die Vergütung aber verschlechtert.
00:15:47: also Das was eigentlich Unternehmertum ausmacht ja nämlich Wachstum Und vielleicht auch mit guten Ideen und auch guter, eine Prozessoptimierung unsere Praxen oder durch Happy-Praxismodelle etc.
00:16:02: so auszubauen dass wir einfach ein breiteres Versorgungsangebot schaffen könnten kriegen wir da also auf die Finger gehauen.
00:16:10: uns wird quasi dann eine Deckelung durch die Hintertür aufgedrückt und fragt man sich gerade bei einer eigentliche wirtschaftsnahen Regierung, wie man dieses Bild der Selbstständigkeit des Unternehmertums irgendwie jetzt uns noch verkaufen möchte.
00:16:31: Ich meine wenn man jetzt jeden aus dieser Regierung fragen würde, die junge Menschen in Unternehmen gründen möchten gute Wachstumchancen haben möchten gute Bedingungen vorfinden, möglichst wenig Bürokratie.
00:16:48: Ein gutes Umfeld um ihr Business aufzubauen dann würde das natürlich jetzt jeder erstmal begrüßen.
00:16:54: aber wenn man dazu sagt ja bei Ärzten wie sieht es da aus?
00:16:58: Dann verziehen sich alle hinter den Schrank und sagen ne Leute das nicht mit uns!
00:17:04: Und was ich auch schon gesagt habe ist so frustrierend dass wir im Endeffekt von von so einem drittklassigen Jura-Absolvent, da diese Politik jetzt übergestellt bekommen.
00:17:23: Damit müssen wir erst mal umgehen.
00:17:24: Und wirtschaftsnah ist nicht Lobbyismus und Wirtschaftskompetenz ist auch den falschen Geld in den Rachen wirft, also den Ölkonzernen und stattdessen wirkt man hier die Wirtschaft ab.
00:17:39: Ich meine da haben wir erstes Semester Volkswirtschaft nicht verstanden und genauso wenig fürs Gesundheitswesen und verkaufen sich aber als Wirtschaftskompetent.
00:17:50: das ist lächerlich muss mal einfach sagen
00:17:52: Also wisst ihr was das wirklich schlimme ist Jungs?
00:17:56: Wir können es uns nicht mal schön rauchen, weil die Kanne bis
00:18:00: Blüten jetzt
00:18:01: abgeschafft werden.
00:18:02: Also das war der einzige Vorschlag gegen den niemand was hatte.
00:18:06: Möchte ich nur mal anmerken.
00:18:10: Gott sei Dank bleibt die Zuckeralkohol und Tabaksteuer weg so dass wir dann da wenigstens zu langen können.
00:18:26: Nein, aber Christian jetzt mal ernst zu deiner Frage mit der schlechter Honorierung wenn ich mehr Patienten habe.
00:18:35: Das ist dem ein oder anderen Patienten auch noch nicht klar.
00:18:38: Der Mechanismus ist bisher
00:18:40: nur
00:18:41: angeschrieben und noch nicht genau definiert.
00:18:45: Die Bundesregierung stellt sich vor dass man eine Patientenzahl definiert die hundert Prozent Belastung oder Auslastung einer Praxis darstellt und mit diesen hundert Prozent Patienten werden auch alle notwendigen operativen Personal, Labor Raumkosten Telefonkosten, Computerkosten also die sogenannten Fixkosten erstattet.
00:19:15: Und wenn ich jetzt hundertzehn oder hundertzwanzig Prozent Patienten versorge, dann sind ja alle meine Fixkosten in den Hundert Prozent schon erstattet.
00:19:26: Dann brauche ich bei den zehn bis zwanzig Patienten die ich mehr vergüte diese Fixkosten nicht mehr und deswegen müssen sie dort nicht mehr erstattelt werden.
00:19:37: Es ist jetzt nicht ein Mechanismus, der automatisch greift.
00:19:39: Das je mehr ich arbeite immer weniger verdiene bis das Nulles so schlimm ist es nicht.
00:19:44: aber es ist natürlich schon so dass Kollegen die eine Praxis haben die hundertfünfzig oder zweihundert Prozent Patienten versorgen auch komplett
00:19:52: andere
00:19:53: Praxistrukturen aufgebaut haben um diese große Anzahl zu versorgn.
00:19:57: und für die wird das natürlich auf einmal bitter werden wenn da gesagt wird naja also Mit hundert Prozent hast du noch alles vergütet und das ist ja Luxus, dass du da mehr MFAS anstellst als der Durchschnitt.
00:20:11: Das ist sicherlich ein spannender Punkt aber das Problem ist bekannt, aber vom Bewertungsausschuss natürlich noch nicht
00:20:18: gelöst.
00:20:19: Also wir wissen noch gar nicht, wie da die genaue Umsetzung ist und man muss jetzt ein bisschen aufpassen.
00:20:25: Man kann jetzt ganz viel jammern aber jetzt ist es eben wichtig dass man aktiv wird.
00:20:30: der Bundesverband und auch die ganzen Landesverbände positionieren sich da jetzt entsprechend.
00:20:37: Und Christian ich möchte mal an unsere Miniserie Erinnern, was waren das?
00:20:42: Das war irgendwas um die Folge vierundzwanzig bis neunundzwannzig genau.
00:20:49: Da haben wir ja alle Gesundheitsreformen der Vergangenheit durchgesprochen und in diesen Gesundheitsre Formen war eigentlich das Ergebnis immer dass sich die Ärzte furchtbar aufgeregt haben, furchttmal geschimpft haben vielleicht auch mal auf die Straße gegangen sind aber am Ende immer weitergemacht haben.
00:21:05: Und wenn jetzt die Ärzte sich zwar positioniert, aber dann unverändert weiter macht wie vorher.
00:21:13: Dann hat die Bundesregierung ja recht, da kann man es mit uns Ärzten machen, egal ob wir uns aufregen oder nicht.
00:21:19: und deswegen ist das so wichtig dass wer jetzt auch koordiniert für etwas kämpfen für unsere Praxen für unsere Angestellten für unsere Patienten für eine gute Versorgung sowie wie sie uns vorstellen Wir kämpfen ja nicht primär nur für unser Portemonnaie, sondern eben auch dafür dass wir die Praxistrukturen so aufrechterhalten können wie wir sie haben und wie wir Sie für die Versorgung brauchen.
00:21:43: Genau das ist ja letztlich noch mal als kleiner Service Folgende Folgen ganz konkret zu dem Thema hier schon gemacht.
00:21:53: Was du sagst, diese Mini-Serie da insbesondere die Folge siebenundzwanzig das war die aktuellen Probleme des Systems aufgegriffen hat.
00:22:01: Da haben wir darüber gesprochen.
00:22:02: Wir haben gemacht Folge thirty-two Praxen vor dem Kollaps, die Folge thirty six geht es den Ärzten immer nur um die Kohle.
00:22:11: Die Folge forty Krisengipfel der ambulanten Medizin.
00:22:14: wir haben eine Folge mit Heinrich gemacht, dem Vorsitzenden des WIRCHU Bundes zum Thema Abschaffung der ambulanten Medizin.
00:22:23: Wir haben eine folge gemacht, Folge forty nine über die Notfallreform.
00:22:27: Wir haben letztes Jahr um die Zeit mit Christian Karajanidis die Folge gemacht, wo es darum ging wie steuern wir Patienten?
00:22:36: Wie können wir einfach strukturell das System reformieren und.
00:22:42: Die Lösungen liegen eigentlich alle auf der Hand.
00:22:45: also ein Erkenntnismangel den gibt es nicht lediglich einen Umsetzungsdefizit.
00:22:52: jetzt die Frage mal Wo seht ihr denn konkrete Konsequenzen für uns im Arbeitsalltag?
00:22:59: Also das ist ja jetzt alles erstmal nur ein Gesetzentwurf.
00:23:02: Der geht jetzt erst mal durchs Parlament, dann wird was beschlossen.
00:23:06: die Timeline sieht so aus dass das also vor dem ersten ersten sieben und zwanzig Dritter nichts in Kraft.
00:23:14: Aber wie könntet Ihr euch denn vorstellen Wie unser Arbeitsalltag dann konkret aussieht auch unter dem Aspekt Das sind auch eine Notfall Versorgung von uns ausgeübt werden soll.
00:23:29: Da wäre ich vorsichtig.
00:23:31: Also bevor ich mag, ich lasse dich gleich zur Notfallreform was sagen aber ich wäre tatsächlich echt vorsichtig weil die Umsetzung eines Gesetzes auf Ebene des Bewertungsausschusses und auf der Umsetzungsebene der Landeskv ist zum Teil sehr unterschiedlich und durchaus überraschend Und ich würde da jetzt ganz bewusst von pessimistischen Bildern oder von optimistischem Bildern absehen, sondern da wo wir eine Gesetzesänderung nicht erwirken konnten.
00:24:03: Wo die Gesetze durchgegangen sind und wie sie für Blödsinnig halten müssen das so umsetzen dass es im Alltag nicht allzu blödsinig ist.
00:24:11: Und die Gesetze, die noch nicht beschlossen sind.
00:24:13: Da müssen wir uns wirklich aktiv bemühen dass sie in unserem Sinne vernünftig abgeschlossen werden damit wir da mit arbeiten können.
00:24:22: und es ist man muss aufpassen Es ist schnell... Man ist schnell bei der Hand für irgendwelche Horrorszenarien Mit denen man das dann immer politisch überstrapaziert.
00:24:35: aber das hilft uns in der politischen Debatte wenig.
00:24:39: Ich denke jetzt zum Beispiel konkret, der Wegfall des Hausarztvermittlungsfalls.
00:24:47: Das wird etwas sein was wir konkret in unseren Praxen täglich spüren werden.
00:24:53: Wir spülen das ja jetzt schon dass wir ein Problem damit haben Patientinnen und Patienten bei unseren Kolleginnen und Kollegen unterzubringen.
00:25:01: also schon jetzt ist es so dass die Termine die Elektivtermine sehr, sehr ferner Zukunft oft liegen und dann... der Fall an uns zurückgespielt wird mit der Bitte des Patienten.
00:25:15: Also ich habe da erst in elf Monaten einen Termin, können Sie mal anfragen ob das nicht ein bisschen früher geht?
00:25:21: Ja wo wir uns oft um Termine kümmern die tatsächlich jetzt nicht so dringlich sind aber wo wir sagen gut elf Monate zwölf oder wie lang ja lange bis alle hier zu Staub zerfallen sind im Raum solange muss es auch nicht dauern.
00:25:34: also Ich denke dass ist zum Beispiel was was wir konkret spüren werden ob wir jetzt irgendwie Jetzt konkret was spüren, wenn wir jetzt keine Epa-Befüllungsvergütung mehr bekommen.
00:25:43: Glaube ich ehrlich gesagt nicht.
00:25:44: aber das sind so Themen.
00:25:46: da werden wir ganz konkret schon merken dass uns da etwas wegfällt zumal ich mir auch gut vorstellen kann dass viele Fachärzte sagen ja gut wenn ihr einfach diese Das nicht mehr bezahlen wollt dann bleibt unsere Tür halt eben geschlossen und wir haben Termine irgendwann Ende siebenundzwanzig.
00:26:03: Ja so ist es.
00:26:04: Das machen die auf jeden Fall.
00:26:06: Und die Realität ist ja, dass die Fachärzte und Fachärztinnen bis zu fünfzehn Prozent nicht vergütet bekommen von dem was sie arbeiten wenn es den Haushaltsvermittlungsfall nicht gäbe.
00:26:17: insofern ist das schon auch ein vernünftiges Instrument wo man sagt dann bekommt ihnen Anreiz eben nicht, was weiß ich, ewig Patienten einzubestellen die mal irgendwann Krankheit XY hatten und jetzt nicht mehr.
00:26:32: Sondern wirklich akute Fälle zu versorgen und unsere Steuerungsfunktion als Hausärztin und Hausärzte würde darüber gewährleistet werden.
00:26:40: Was wir jetzt dadurch haben werden ist dass die Leute bei uns in den Praxen stehen und sagen sie bekommen keine Termine.
00:26:45: also diese Geschichte die das Gesundheitssystem schlechter machen wird die baden wir aus und ich hatte kürzlich mitbekommen Vertreterversammlung in Niedersachsen.
00:26:56: Ein sehr gutes Vorschlagspaket, auch vorgeschlagen worden ist dazu wie ein Primärarztsystem entstehen sollte.
00:27:03: das ist ja dann der größere Kontext dessen.
00:27:05: das sollen wir aufsetzen aber uns fehlen alle Instrumente und die Ressourcen.
00:27:10: Das geht halt nur ganz schwer.
00:27:12: Und da wurden eben auch Vorschläge gemacht und miteinander besprochen dass man auch dafür sorgen muss einer Steuerung durch Hausärzte und Hausärzte, dann eben auch die Vergütungssituation der Facharztpraxen in den Blick genommen werden muss.
00:27:26: Und optimiert werden muss ist leider aber dann ja durch verschiedene Gruppen da top ediert worden so dass es nicht angekommen ist auf der Bundesebene.
00:27:36: das ist immer das was uns passiert haben gute Vorschläge Dann streiten wir uns gegenseitig Und dann kriegen wir irgendwas übergestülpt, was einfach Mist ist.
00:27:46: So wie das, was jetzt gerade passiert oder passieren soll.
00:27:51: und wenn wir auf diese Notfallgeschichte nochmal eingehen wollen, da steht ja drin, bringt uns ganz nebenbei demnächst auch dass wir beurteilen sollen ob jemand von zweizigfünfzig oder seventy fünfzig Prozent krank ist?
00:28:05: Hundert Prozent!
00:28:06: Das ist nichts anderes als ein Schildbürgerstreich.
00:28:12: Und aber in der Notfallversorgung steht dort drin, in diesem Gesetz.
00:28:16: twenty four seven aufsuchender Bereitschaftsdienst durch die Kassenärztliche Seite sowie auch Twenty Four Seven Videosprechstunden.
00:28:30: Erreichbarkeit über die TSS gibt es ja schon noch, die eins an sechs, eins an sieben Aber eben nicht mehr mit besonderen Vergütungs-Szenarien.
00:28:40: Und da frage ich mich, wer soll eigentlich das machen?
00:28:45: Wir sind ja eh schon zu wenig.
00:28:47: Wer soll diese Arbeit machen und wer zahlt das?
00:28:50: Das ist auch klar, dass zahlen wir, weil wir eine Bereitschaftsdienstumlage bezahlen.
00:28:54: Das heißt also ... Das was unsere Regierung gerade ist, es ist absolut schrecklich!
00:29:04: Also Marc... Wie soll ich es jetzt sagen?
00:29:08: Aber du musst das mehr vom Patienten
00:29:10: aussehen.
00:29:11: Vierundzwanzig sieben ist da einfach nicht genug Service, ich bin dafür sechsunddreißig acht.
00:29:16: Mindestens ja genau für den eingewachsenen Zähnager der muss man unbedingt dann Sonntag nachts um zwei Uhr angeschaut werden.
00:29:24: und ich musste hinfahren das ist klar Ja
00:29:26: aber das hat ja zwei Aspekte.
00:29:29: jetzt also zum einen ist es so dass wir Nachwuchs brauchen, weil sonst die Versorgungssicherheit gefährdet ist.
00:29:39: Wir haben heute schon zigtausend unbesetzte Hausarztstellen.
00:29:44: das Durchschnittsalter niedergelassene Hausärzte liegt glaube ich bei über fünffünfzig Jahren.
00:29:50: jetzt wird durch diese wirtschaftliche Deckelungen bei steigenden Betriebskosten auch die Attraktivität der Niederlassung nicht gerade gesteigert.
00:30:02: wie Wie können wir uns das irgendwie schön saufen, dass wir da Sinn bekommen und wirklich nicht die GKV-versicherten in eine Situation reinlaufen lassen wo man ihnen sagen muss eure Versorgung ist einfach nicht mehr gewährleistet.
00:30:18: Ist das unsere Aufgabe überhaupt?
00:30:21: Also nur um das mal klarzustellen was du jetzt gerade besprichst es ein eher hausärztliches Problem.
00:30:30: Fachärzte haben kein Problem einen Patienten, einen Termin erst in einem halben Jahr zu geben.
00:30:34: Mit dem Hinweis darauf wenn es schlimm ist soll er sich halt beim Hausarzt melden.
00:30:38: und wir sind eigentlich immer diejenigen die versuchen die Quadratur des Kreises zu machen den Patienten trotz voller Sprechstunde noch dazwischen zu quetschen den Ärger der Patienten auszuhalten dass wir uns nicht an unseren Termin zettel halten weil so viele daz wischen kommen.
00:30:54: Wir telefonieren für den Patienten rum.
00:30:56: Wir bewerten die medizinische Indikation, telefonieren mit dem Krankenhaus.
00:31:03: Dieser kümmere Aspekt, den wir haben, werden wir stärker auf die Patienten fokussieren müssen, die tatsächlich unsere Patienten sind.
00:31:13: Und wir werden uns daran gewöhnen müssen, denn der Patient zahlt ja Beiträge an die Krankenkasse.
00:31:19: Die Krankenklasse ist erst einmal grundsätzlich dafür verantwortlich dass der Patient eine Arzt kriegt.
00:31:25: Und das heißt, wir müssen die Patienten dann nicht uns dazu verleiten lassen, dass wir das Problem der Patienten lösen.
00:31:33: Sondern den Patienten ein Zettel in die Hand drücken wo man drauf schreibt bitte bei der Krankenkasse melden, bitte beim jeweiligen Gesundheitsministerium melden und da mal nachfragen wo denn der Hortnister Hausarzt Facharzt wo auch immer ist.
00:31:49: Also ich glaube, wir müssen da wirklich strenger werden.
00:31:52: in unserer Vorstellung die Welt zu retten.
00:31:55: Das haben wir als Hausärzte immer wieder.
00:31:57: ganz gerne erlebe ich auch immer wieder den Diskussionen wie dann selbst auf Opfern darüber diskutiert wird was man doch für die Patientenversorgung alles tun muss und diese sehr altruistische Ader die ich ja auch habe ein Stück weit, die mich auch diesen Beruf hat letztendlich ergreifen lassen für meine Patienten da sein in allen Lebenslagen jede Situation Tag und Nacht usw.
00:32:23: Das ist etwas das wir uns in Zukunft sehr viel selektiver aussuchen müssen und auch lernen müssen dass wir Patienten sagen ne also Ja wir sehen dass sie eine Erkältung haben ja sie brauchen eine Krankenmeldung aber Heute ist die Sprechstunde leider voll.
00:32:39: Gehen Sie heute nach zum Ärztchen-Weitschaftsdienst oder rufen sie den Vierundzwanzig-Sieben-Whatever-Dienst an.
00:32:46: und für die Kollegen, die Angst haben dass sie zu wenig arbeiten müssen oder zu wenig Geld verdienen können ja dann genau diese Videosprech-Stunden und Vierunzwanzige-Sieben Fahrdienste gerne noch besitzen unterm Pfand das wird ja wiederum vergütet.
00:33:02: also bei all dem Ärger muss man sagen, dass sich unsere Praxis tut werden, eher etwas schlechter werden müssen.
00:33:13: Wir werden etwas strenger sein müssen was die Patientenversorgung betrifft.
00:33:19: wenn wir sehr optimiert wirtschaften im Sinne der Praxisoptimierung und nicht in der Sinne der Optimierung der Patientenversorgen dürfte auch die Vergütungseinbruch nicht so dramatisch sein.
00:33:36: Diese Veränderung zu dem Primärarztsystem, da haben wir noch gar keine Vorstellung was die Bundesregierung überhaupt sich denkt wo sie hin will ob diese für Strukturen so aufbaubar sind.
00:33:49: Vielleicht muss auch eine Bundesregierung erst einmal mit dem Kopf gegen eine Wand laufen der faktischen Unmöglichkeit.
00:33:56: Ja, das mag du hast da schön beschrieben.
00:33:58: Vierundzwanzig sieben auf allen Ecken und Enden.
00:34:00: wie soll das funktionieren?
00:34:01: Es geht einfach nicht!
00:34:03: Das Personal ist überhaupt nicht da das zu gewährleisten und dass man auf der einen Seite großzügige Leistungen sinnlos auszuweiten.
00:34:11: Man erruiert nicht mal ob diese Leistung notwendig sind und auf der anderen Seite werden Finanzierungsmodelle ohne Ersatz gestrichen und ohne sich im Kopf dazu zu machen was das für die Versorgung bedeutet.
00:34:25: Und ich glaube, das hatte ich irgendwann schon mal gesagt im Podcast hier.
00:34:29: Ich habe immer das Gefühl in der Praxis bin ich nach außen hin Marktwirtschaft also wenn ich meinen Tropfen Wasser an reparieren lasse bin ich achtzig Euro los.
00:34:39: da ist aber nicht der Geselle gekommen sondern der Lehrling.
00:34:43: und nach innen hin wo ich bezahlt werde bin ich Planwirtschaft und das erleben wir jetzt gerade Wie abhängig man dann ist von eigenartigen Entscheidungen.
00:34:57: Und Christian, du hast ja vorhin gesagt wir brauchen eine eigentliche Strukturreform.
00:35:01: Wir haben eigentlich gar nicht so ein riesen Problem mit Einnahmen sondern ja mit Ausgaben.
00:35:07: aber alle müssen an den richtigen Stellen arbeiten und wir hatten es schon mal diskutiert.
00:35:12: auch dass man zum Beispiel das wird ja auch in der Presse diskutieren Versichertenbeiträge für Bürgergeldempfänger wird jetzt leider teilweise so diskutiert, dass es sich gegen die Bürgergeldentfänger richtet was ich wiederum unfair finde und unsozial.
00:35:27: Wir sind nun mal in der Marktwirtschaft und da wird's immer auch Arbeitslosigkeit geben.
00:35:31: das betrifft dann die Gesellschaft die in der marktwirtschaft ist und da ist denn auch die gesamte gesellschaft für verantwortlich.
00:35:39: und bitte schön nicht nur die gesetzlich kranken versicherten.
00:35:44: Und das ist ja jetzt auch schon viele Jahrzehnte.
00:35:46: Ebenso viele Jahrzähnte lang die Unterversorgung der Krankenhäuser, dass der Strukturerhalt und Aufbau von Krankenhäusern nicht bezahlt wird von den Ländern wie es im Gesetz steht sondern aus versicherten Geldern.
00:36:00: Das ist eigentlich das illegale Finanzierung.
00:36:04: Da geht man nicht dran.
00:36:08: die finanziellen Reserven auch bei den Steuereinnahmen.
00:36:11: Das ist zwar ein Thema, was nicht gesundheitlich ist das geht da aber rein.
00:36:14: wir könnten über Steuerhinterziehung und Besteuerung eher von höheren Vermögen konnten wir locker hundert bis zweit Milliarden im Jahr noch mehr einnehmen mindestens Und es wird nicht gemacht.
00:36:26: stattdessen wird halt unsere Wirtschaft abgewirkt.
00:36:29: jeder weiß dass wenn wir Geld geben hier um der wenig hat dann gibt ja alles aus zum Leben weil er essen muss, weil es ein Friseurmuss will Brötchen kaufen und so weiter.
00:36:41: Das fließt alles in die Wirtschaft.
00:36:43: wenn man das nach oben umverteilt dann wird das Geld nicht in die wirtschaft fließen sondern dann wird es auf jeden fall angelegt.
00:36:52: Und irgendwie ist da eine gewaltige schieflager entstanden gerade bei dieser thematik und das führt dann zu sozialer ungleichheit zur sozialen ungerechtigkeit.
00:37:02: am ende führt dass dazu dass die falschen politischen lager dadurch die man ja eigentlich halbieren wollte, dass sie gestärkt werden.
00:37:10: Das ist etwas was die größere Dimension dessen ist, was hier gerade passiert und das erfüllt mich wirklich mit Sorge.
00:37:19: Wir sind als Ärztinnen und Ärzte ja auch soziale Wesen, soziale Menschen.
00:37:24: wenn man so unseren Kontext sieht in dem unsere Patienten auch krank werden indem wir sie sehen und im Moment habe ich so das Gefühl es wird alles mit Füßen getreten Wundert man sich, wenn man den Sozialstaat schleift und die Gesundheitsversorgung angreift.
00:37:41: Die Leute als faul bezeichnen ja zu viel krank.
00:37:44: Und da wundert man es sich, dass man unbeliebt ist.
00:37:48: Kein Kanzler vor mir musste das erdulden.
00:37:51: Sprichst du jetzt von Trump oder von Merz?
00:37:54: Das hat Herr Merz gesagt!
00:37:55: Das wird aber sicher auch ein ganz gutes Meme werden.
00:37:58: Ich denke mal, wenn der Podcast rauskommt, wird das schon weiter umgegangen sein.
00:38:02: Ja ich denk... In einem sind wir uns hier einig, also dieses GKV-Beitrags Stabilisierungsgesetz.
00:38:09: Das ist eher ein Versorgungsschwächungsgesetz.
00:38:12: was wir brauchen das sind eben strukturelle Reformen.
00:38:16: die bekommen wir jetzt nicht.
00:38:18: Ja das ist auch durch analysiert wie gesagt vom Sachverständigen Rat Gesundheit und Pflege Krankenhauskommission Finanzkommission Gesundheit.
00:38:27: Es gibt jetzt keinen Erkenntnismangel, was jetzt nötig ist.
00:38:30: Wir haben einen Umsetzungsdefizit.
00:38:33: Die Lösungen liegen eigentlich schon seit Jahren auf dem Tisch.
00:38:36: Wir brauchen einfach Strukturveränderung und wir brauchen eine effizientere Patientensteuerung.
00:38:41: Wir brauchen Bügratieabbau, wir müssen die Primärversorgung auch stärken.
00:38:46: Wir brauchen eine bessere Digitalisierung und vor allem brauchen wir eine einigermaßen verlässliche Vergütung weil wer die Basis der Versorgen kaputt spart, der gefährdet die ambulante Versorgung und er verschiebt Probleme nach hinten und löst sie nicht.
00:39:01: Warten wir mal ab, was da im Herbst kommt.
00:39:02: Da kommt die zweite Stellungnahme der Finanzkommission Gesundheit.
00:39:06: Da soll es dann um die strukturellen Reformen gehen kann jeder für sich entscheiden ob er sich jetzt darauf freut oder eben nicht.
00:39:15: Das war das Arztgespräch mit Christian Köhler, Marc Harnefeldt und Tino Sommerbrot Und unser Thema war dass GKV Beitragsstabilisierungsgesetz sparen bis der
00:39:25: Arzt geht.
00:39:27: Wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr sie teilt.
00:39:31: Wenn ihr sie positiv bewertet oder ihr unseren Podcast abonniert.
00:39:36: auf unserer Webseite das-arztgespräch.de findet ihr die Show Notes zur Folge inklusive der zugeregen Informationen und Quellenangaben sowie natürlich alle anderen Folgen unseres
00:39:47: Podcasts.
00:39:47: Schön dass ihr uns zugehört habt.
00:39:49: bis zum nächsten
00:39:50: Mal.
00:39:51: Tschau!