#75 | Gesundheitspolitik im Blindflug?

Shownotes

Jahrzehntelange politische Versäumnisse werden auf unserem Rücken ausgetragen. Gesetzentwürfe entstehen ohne Abstimmung mit uns, ignorieren den Personalmangel und blenden die Versorgungsrealität in den Praxen weitgehend aus. Es wird von uns mehr Versorgung abgefordert, die aber nicht vergütet werden soll. Viele Kolleginnen und Kollegen erwägen, keine neuen Kassenpatienten mehr aufzunehmen.

Die demografische Entwicklung und der Wegfall von Leistungserbringern werden die Situation dramatisch zuspitzen - eine Verschlechterung der Versorgung ist die logische Folge. Digitalisierung kann unterstützen – das strukturelle Problem löst sie nicht.

Die Rahmenbedingungen werden sich weiter verändern – weit weniger abgestimmt, als uns lieb ist. Die Herausforderung wird sein, handlungsfähig zu bleiben. Nicht alles können wir beeinflussen – aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen.

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00:00:05: Willkommen zum Arztgespräch, dem Podcast über Medizin und Gesundheitspolitik.

00:00:10: Mein Name ist Christian Köhler.

00:00:12: Ich bin Facharzt für Allgemeinmedizin- und Hausarzt in einer Gemeinschaftspraxis in Wiesbaden.

00:00:18: Mein name ist Christian Sommerbrot hier im Podcast Tino Und ich bin ebenfalls Niedergelassene Haussatz für allgemeine Medizin

00:00:24: auch in Wießbaden.

00:00:27: Ja mein Name ist Marc Harnfeldt.

00:00:28: Ich ben niedergelassenen Hausarzte.

00:00:30: alle einzelne Praxisse in Bremerförde im Niedersachsen

00:00:34: Ja und unser Thema heute Gesundheitspolitik im Blindflug.

00:00:39: Was derzeit aus dem Bundesgesundheitsministerium kommt, das wirkt ja weniger wie eine abgestimmte Reformstrategie sondern da kommen ja im Moment im Wochentag Gesetzesentwürfe raus alle etwas erratisch.

00:00:54: eigentlich sind diese Entwürfen so gut wie nie mit den Leistungserbringern selber abgestimmt.

00:00:59: sie blenden die Realität in den Praxen auch weitgehend aus folgen meistens auch so der implizierten Annahme, dass Personal unbegrenzt verfügbar ist.

00:01:09: Wir sehen gleichzeitig eine zunehmende Ausweitung von Kontrollmechanismen und Instanzen durch die Krankenkassen.

00:01:15: wir sehen Spargesetze, die uns in der Versorgung aktiv schwächen.

00:01:21: Und was uns dabei fehlt das is ne klare strukturelle Perspektive.

00:01:25: Wie soll denn die versorgen langfristig überhaupt?

00:01:27: organisiert werden.

00:01:30: Wie sollen Praxen unter diesen Bedingungen weiter stabil arbeiten?

00:01:34: Da ist viel Stückwerk dabei, die zentrale Frage für uns ist also wie gehen wir damit konkret um?

00:01:40: was bedeutet das denn in den Praxens für unsere tägliche Arbeit?

00:01:44: und wo müssen wir vielleicht auch mal klare Grenzen ziehen?

00:01:46: Ja darüber wollen wir heute sprechen.

00:01:49: Hallo Marc Hallotino.

00:01:51: Servus Christian

00:01:53: hallo zusammen.

00:01:54: Ja, es ist heute unsere fünfundsiebzigste Folge übrigens.

00:01:58: Kannst du mal so

00:01:59: ein bisschen Lammetta

00:02:00: abspielen?

00:02:01: Wer hätte das gedacht, Tino als wir hier so vor knappen vier Jahren da irgendwie bei mir im Keller angefangen haben uns zu überlegen und dann loszulegen.

00:02:13: Ist schon echt toll was daraus geworden ist.

00:02:16: Wir haben selber auch immer viel Spaß dran.

00:02:20: Das Echo ist eigentlich immer ganz positiv, also finde ich nach wie vor eine coole Sache dass wir hier so sitzen.

00:02:27: Also die fünfundsebzig Folgen haben sich definitiv gelohnt.

00:02:30: mir hat es durch die Bank weg Spaß gemacht.

00:02:33: Verpflichtung war es nicht und ich muss ganz ehrlich sagen als besonderes Schmankl.

00:02:38: dich Christian kannte schon.

00:02:39: aber durch den Podcast habe ich den Markt kennengelernt und das finde ich in der echte Bereicherung.

00:02:44: Ja, danke für die Blumen und ich danke euch auch für die Einladung dazu.

00:02:47: Das war ja mehr oder weniger zufällig entstanden.

00:02:51: Ich glaube wir wollten über Hate auf Social Media sprechen und jetzt bin ich dauernd dabei.

00:02:55: Es macht mir auch sehr viel Spaß.

00:02:57: Genau!

00:02:58: Zurück zum Thema.

00:02:59: Wir haben ja durchaus ernste Themen hier zu besprechen.

00:03:03: das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz Da haben wir ja schon vor zwei Wochen drüber gesprochen.

00:03:09: Aber es dauert natürlich immer so ein bisschen, bis dann so ein Gesetz auch mal landet.

00:03:13: Bis es mal in den Verbänden durchanalysiert ist und bis man mit diesen Hundertfünfzig Seiten komplexer Textvorgabe mit lauter Paragrafenreiterei sich einfach mal ein Bild gemacht hat Und was dieses Gesetz jetzt für uns in den Praxen konkret bedeutet.

00:03:31: das finde ich hat Klaus Reinhardt der Präsident der Bundesärztekammer auf dem Ärztetag jetzt kürzlich in Hannover am zwölften Mai, in seiner Rede sehr pointiert auf den Punkt gebracht.

00:03:46: Und was er dazu Lastenverschiebung auf die Leistungserbringer sagt?

00:03:51: Das wollen wir uns mal kurz anhören!

00:03:53: Meine Damen und Herren es kann kein unbegrenztes Leistungsversprechen geben wenn die Ressourcen begrenzt sind.

00:03:59: das wäre nicht redlich.

00:04:01: tatsächlich beruhte dieses Versprechen auf einer stillen Verschiebung der Lasten auf diejenigen die die Versorgung tatsächlich tragen.

00:04:10: unbezahlte Mehrarbeit, steigende Leistungsdruck und immer dichtere Taktung im Versorgungsalltag sind seit Jahren Realität.

00:04:18: Man kann es auch so formulieren – das Gesundheitswesen hat dem Staat oder der Gesellschaft über lange Zeit einen stillen Sozialrabatt gewährt.

00:04:35: Der stößt allerdings jetzt an seine Grenzen!

00:04:38: Und ein System, dass dauerhaft darauf setzt, strukturelle Defizite durch individuelle Überlastung auszugleichen ist nicht zukunftsfähig und wird vorhersehbar scheitern.

00:04:53: Natürlich kann die Leistungsfähigkeit unserer Gesundheitswesenes nicht isoliert betrachtet werden, sie ist eingebettet in die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen unseres Landes.

00:05:04: oder um es mit Helmut Schmidt zu sagen, der habe ich ja schon mal zitiert aber ich tue es gerne.

00:05:08: Die beste Sozialpolitik ist eine gute Wirtschaftspolitik und für soziale Sicherung können wir nur tragen, wenn wir sie auch gemeinsam vorher erwirtschaften.

00:05:29: Und genau hier müssen wir uns derzeit erheblichen Herausforderungen stellen.

00:05:32: Zunehmender Isolationismus schon erwähnt Handelskonflikte,

00:05:36: Zölle-

00:05:36: und wachsendewirtschaftliche Druck aus anderen Weltregionen setzen unsere Industrie und unseren Mittelstand massiv unter Druck.

00:05:43: Die Folgen sind sichtbar in Standortverlagerungen In Insolvenzen, in Arbeitsplatzverlust Und wir müssen uns darüber im Klaren sein, was das für unser solidarisch finanziertes System bedeutet.

00:05:55: Jeder Mensch der seine Arbeit verliert fällt als Beitragszahler für unsere sozialen Sicherungssysteme aus und wird zugleich auf Unterstützung angewiesen sein.

00:06:04: Daraus darf man – und das darf man niemandem zum Vorwurf machen – aber es belastet unsere soziale Sicherungsysteme gleich

00:06:10: doppelt!

00:06:12: Das bedeutet die wirtschaftliche Entwicklung wirkt unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit unserer Gesundheitswesen.

00:06:18: Wir können und wir müssen deshalb durch kluge Strukturreformen, durch eine bedarfsgerechte Steuerung der Versorgung und durch einen verantwortungsvollen Einsatz unserer Ressourcen dazu beitragen die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitswesens zu erhalten.

00:06:32: Und das, Frau Ministerin, das werden dann die Reformen sein, von denen der Kanzler jetzt schon spricht.

00:06:38: Ein System, das effizient arbeitet,

00:06:40: dass

00:06:40: Fehlanreize vermeidet, dass Ressoursen gezielt dort einsetzt wo sie den größten Nutzend schiften.

00:06:47: Ein solches System entlastet nicht nur sich selbst, es entlasten auch die wirtschaftlichen Grundlagen auf denen es ruht.

00:06:55: Das war ein wirklich beeindruckender, das absolut auf den Punkt gebracht und findet auch hundertprozentig meine Zustimmung.

00:07:04: Euch geht's wahrscheinlich genauso?

00:07:06: Nein!

00:07:08: Also ich finde, der war viel zu sanft in dieser Rede.

00:07:13: Was mir aufgefallen ist speziell dieser Punkt wo er gesagt hat das eine gute Gesundheitspolitik, eine gute Wirtschaftspolitik und da liegt jetzt aber vielleicht an meiner Diskussion der letzten Wochen aufgefallen.

00:07:28: oder habe ich bemerkt dass mich das triggert?

00:07:33: aufs folgendem Grund weil Wenn wir über Gesundheitspolitik reden, wir reden parallel immer über die angeblich so mächtigen Lobbyfabinde und dann werden gerne wieder gelassenen Ärzte aufgezählt.

00:07:48: Und das ist eine der mit Abstand größten Lügen, weil die niedergelassenen Ärzte seit Jahren in der Bezahlung budgetiert und runtergefahren werden.

00:07:57: Ja wir regen uns auf!

00:07:59: Wir machen es öffentlich.

00:08:00: Wir wehren uns dagegen.

00:08:02: Das mag der Politik nicht gefallen.

00:08:04: Gleichzeitig macht aber die Politik Milliarden Geschenke an die Industrie.

00:08:11: Und da ist eigentlich das wahre Dilemma dran.

00:08:14: Sie haben überhaupt keine Ideen, also die Forderung dann von niedergelassenen Ärzten seit Jahrzehnten ist welche Idee habt ihr für die Zukunft?

00:08:23: Seit Jahren, die ich jetzt in der Brustpolitik tätig bin haben wir immer vor diesem Szenario von dem wir heute stehen gewarnt und die Politik benimmt sich als wenn Weihnachten wäre was plötzlich akut auftritt und sie keine Geschenke organisiert haben.

00:08:41: Und jetzt eben Weihnachten lösen wollen indem Sie allen das Taschengeld kürzen!

00:08:47: Das ist echt völlig absurd Und man kann das eigentlich gar nicht deutlich genug sagen, wie groß das Versagen hier der Gesundheitspolitik im Allgemeinen und Speziellen ist.

00:09:00: Und sich rauszureden dass sie gegen die Ärzte nicht in ein Lobbyverband oder als Lobby-Verband nicht einwirken können und dass wir uns wehren können gleichzeitig aber völlig unwesend Tabak vernünftig zu besteuern, Zucker vernünftig zu besteuern, Alkohol vernünktlich zu besteuern.

00:09:21: Vor Nestler-Einknicken vor der Pharma, vor den Pharmafirmen eindrücken?

00:09:25: Nein!

00:09:26: Das was Reinhard gesagt hat war alles richtig aber viel zu friedlich.

00:09:31: Ja also ich fand die Rede gut.

00:09:34: was Christian ist natürlich was Tino dazu sagt ist definitiv auch richtig.

00:09:39: Ich fand in dem Moment das saß ja Frau Waken auch dort Die sich danach geäußert hat Das war aus meiner Sicht eine präsidial vorgetragene Backpfeife, eine nach der anderen auf verbale Art und Weise.

00:09:55: Und habe ich im Lacher auch gesagt dass sie das gut fand hat noch viel Zuspruch für bekommen.

00:09:59: letztlich Am Ende muss man sagen es ist schon deutlich geworden Auch in den Wortbeiträgen beim ärztetag dass letztlich das was die bundesregierung hier gemacht hat überhaupt nicht die Lebenswirklichkeit widerspiegelt, weder der Patientinnen und Patienten noch der Arztpraxen.

00:10:21: Und was Frau Vaken dann von sich gegeben hat war eigentlich eine Unverschämtheit.

00:10:27: War aber auch ein ganz klarer Affront nach dem Motto Liebe Leute wir haben kein Geld für euch und deswegen fahren wir das jetzt runter.

00:10:37: Man hat den Eindruck da sind wir nicht anerkannt als Leistungsherbringer als Ärztin und Ärzte sondern als Kostenfaktor.

00:10:46: Wenn man so denkt, dann braucht man uns zu der Versorgung irgendwann nicht mehr.

00:10:51: und gerade wenn man die Zuschüsse zum Gesundheitswesen sieht also diese Unverschämtheit dass man die kosten beispielsweise für die Bürgergeldempfänger mit zweihundertfünfzig Millionen jetzt bezuschusst und aber dafür zwei Milliarden auf der anderen Seite rausnimmt und das dann als Vorteil verkauft Man hätte ja Möglichkeiten, wenn man mehr Geld generiert auch Geld ins Gesundheitssystem zu stecken was aus der gesamten Solidargemeinschaft kommen müsste.

00:11:21: Nicht nur aus der GKV sondern dann aus der Bevölkerung allgemein.

00:11:26: und dafür hätte der Staat Möglichkeiten beispielsweise mit Steuerhinterziehungen hundert Milliarden im Jahr Hyperreichtum nochmal fünfzig Milliarden mindestens jährlich zu bekommen.

00:11:40: Damit kann man Schulen sanieren, das Gesundheitssystem sanieren und so weiter.

00:11:43: Das wird nicht gemacht.

00:11:44: Und auf der anderen Seite steht das Fasthino gerade schon genauso gesagt hat dass die Politik bei jeder Wahl und eigentlich durchgehend ein hundert Prozent Flatrate Leistungsversprechen ohne Abstriche verspricht auch jetzt wieder der Diskussion, dass man also Leistungen kürzt an allen Ecken und Enden.

00:12:07: Und sagt es wird gleichzeitig besser und einfacher.

00:12:11: Da muss man sagen diese Leute leben tatsächlich in einer eigenen Fantasiewelt völlig abgekoppelt von der Realität so muss man's leider ausdrücken.

00:12:22: Ja das ist richtig dieses erratische Bild.

00:12:25: was wie auch schon im Intro gesagt haben und was uns halt fehlt, was ja auch Reinhardt gesagt hat ist einfach dass

00:12:35: die

00:12:35: strukturellen Themen eigentlich eben seit Jahrzehnten nicht angegangen werden.

00:12:40: Und man auch jetzt wieder so getan hat als sei auf einmal einer Finanzkommission aufgefallen das es ein Ausgabeinnahmendefizit.

00:12:52: Das ist auch schon seit.

00:12:53: ich habe das mal nachgeschaut.

00:12:54: Ich glaube, dass das erste Mal davon, dass es adressiert wurde war vor über fünfzehn Jahren vom Sachverständigen Rad Gesundheit und Pflegedienste mit den ersten strukturellen Problemen auseinandergesetzt haben.

00:13:07: Fachkräftemangel, demografischer Faktor, Ausgabensteigerung – man hat damals schon begonnen die Kassen zusammenzulegen und so probiert die Ausgabe im Griff zu bekommen.

00:13:19: Das hat eigentlich nie geklappt!

00:13:21: Und jetzt mit dieser Geschwindigkeit, mit der dieses Gesetz verabschiedet wurde und mit der es durchs Kabinett und auch jetzt durchs Parlament gepeitscht werden soll ohne dass die Verbände eine Chance hatten angehört zu werden gescheit.

00:13:35: man hat donnerstags oder freitags glaube ich an gesetz entwurf verschickt hat freitag eingeladen für eine anhörung der verbände am montagmorgen um neun.

00:13:48: also das zeigt ja auch wie viel wertschätzung davor handen ist nämlich eigentlich keine.

00:13:55: da interessiert man sich nicht dafür was auf leistungserbringer seite alles für punkte da sind und dass zeigt natürlich auch, wie da auch Gesundheitspolitik wahrscheinlich gedacht wird.

00:14:08: Das ist einfach ein Bild was der Realität eben nicht entspricht.

00:14:15: Jetzt können wir natürlich viel darüber klagen, tun wir auch glaube ich genug und die Frage ist nur, was leiten wir jetzt für uns da konkret draus ab?

00:14:28: Ja, Tino du hast im hessischen Hausärztinnen und Hausärzteverband da schon ein kleines Aktionsbündnis gestartet.

00:14:35: Und es laufen jetzt immer mehr Aktionen an um da auch zu probieren zumindest mal die Stimme zu erheben.

00:14:43: Erzähl doch mal was ihr da jetzt auf Verbandsebene macht?

00:14:47: Ja vielleicht doch mal.

00:14:49: also ja ist stimmt wir wissen das seit Jahrzehnten und jetzt passiert es.

00:14:54: Das ist wie Weihnachten.

00:14:56: Wir wissen das ganze Jahr über, dass es kommt aber am XXIII.

00:14:59: ist es morgen und genau nach dem gleichen Prinzip ist jetzt das Problem Zehn Milliarden dieses Jahr und vierzig Milliarden, zwanzig dreißig.

00:15:10: Die sind auch real.

00:15:12: also das lässt sich nicht weg diskutieren.

00:15:14: da kann man jetzt nicht sagen nur weil ich protestiere verschwinden diese diese Defizite.

00:15:20: Und Ich Bin Ja Auch Nichts Sicher Mark Ob wir Jetzt Das Ganze Kompensieren Sollten Indem Wir In Anderen Bereichen Suchen.

00:15:28: Sondern Wir Geben in Deutschland Schon Wirklich Echt Viel Geld Aus.

00:15:33: Und ja, dass an diese Geldverschwendung im Gesundheitssystem parallel zur budgetierten Leistungen von Leistungsherbringern da muss man mal vernünftig rangehen.

00:15:46: Es gab von der Ganzkommission durchaus eine ganze Menge ganz guter Ideen und das Problem... Deswegen, Christian, brauche ich jetzt so diesen kleinen Vorbau.

00:15:57: Das Problem ist dass das Bundesgesundheitsministerium sich ja bei ihrem Referentenentwurf gar nicht an alle Punkte gehalten hat die von der Finanzkommission kam sondern durchaus eigene Punkte eingebracht hat und diese eigenen Punkte vor allen Dingen die ambulante Medizin betreffen.

00:16:15: Und das ist ein Punkt wo man sagen muss Ambulan finden siebenundneinhalb Prozent der Behandlungsfälle statt.

00:16:24: Die Personalkosten sind in den letzten fünf Jahren völlig explodiert, die Einnahmeseite stagniert.

00:16:32: läuft dann nicht richtig mit?

00:16:33: das heißt seit fünf jahren laufen schon praktisch alle niedergelassenen Praxen mehr oder minder in ein bilanzieres Minus rein dass letztendlich durch die Praxisinhaber abgefangen werden, in dem die ein bisschen weniger verdienen.

00:16:47: Und das was die Bundesregierung jetzt vorschlägt ist Mensch, Jungs und Mädels als Praxisinhaber ihr könnt doch ruhig noch ein bisschen wenig verdienen weil Miete sind Fixkosten IT sind Fix kosten Personal sind Fix Kosten.

00:17:01: da können wir nicht einfach sparen.

00:17:03: und Das Ergebnis Dass man jetzt überlegt, wenn die Praxen immer weniger Geld verdienen und ich als Arzt eventuell immer schlechter bezahlt werde.

00:17:13: Wie kompensiere ich das?

00:17:15: Und das wird in den Praxten mehr oder minder – jetzt kommen wir zu den Aktionen – so eine Abnahme von Leistung dem Praxis führen, die wir aber gar nicht wollen!

00:17:28: Also es ist ja nicht so, dass wir als Ärzte sagen Hurra!

00:17:30: Jetzt können wir endlich unsere Privatsprechstunde ausweiten.

00:17:34: Sondern wir sind eigentlich eher frustriert das wir jetzt solche Angebote machen können und nicht mehr unsere Existenz aus der Kassenleistung allein herausziehen können.

00:17:44: Und damit wandelt mir das Gesundheitssystem Stück für Stück ohne Plan oder mit.

00:17:52: Das weiß man nicht so genau.

00:17:54: Verwandeln wir das in ein englisches Gesundheitssystem, wo im Grunde genommen vormittags Patienten in völlig überfüllten schlechten Klinik-Wartezimmer warten bis sie vielleicht irgendwann rankommen und nachmittags geht der Arzt dann in seine luxuriöse Privatpraxis, wo er für sehr teuer Geld die Patienten mit der Aufmerksamkeit behandelt, die Sie eigentlich bräuchten.

00:18:22: Das ist ein Dilemma, in das uns die Bundesgesundheitsministerium führt.

00:18:28: Und dagegen wären sich alle niedergelassenen Ärzte.

00:18:32: und jetzt kommen wir zu deiner Sache!

00:18:34: Ich habe viel mit den Fachärztlichen Berufsverbänden Hessen gesprochen und wir haben uns entschlossen dass wir eben eine gemeinsame Erklärung abgeben, die wir gerade in Abstimmung sind vorzubereiten Und dann eben an die hessischen Parteien und die Hessischen Bundestagsabgeordneten zu schicken, um hier unsere Position klarzumachen dass die niedergelassene Medizin ganz wichtig ist.

00:18:58: Gleichzeitig macht der Hausärzteverband auch nochmal eine Aktion das finden von vielen Facharztverbänden-Aktion statt die letztendlich alle in dieselbe Kerbe stoßen den wir der Politik sagen ihr könnt nicht einfach konzeptlos Sektor sparen, der die größte Patientenversorgung aufrechterhält.

00:19:21: Und bei den Kliniken letztendlich und wenn man sich in den letzten Jahren anguckt sind die Klinik diejenigen, die bei weniger Patienten in den Kosten explosiert sind, die am wenigsten den Kopf einhalten müssten und noch katastrophaler sind die Pharmahersteller und eben das teilweise zurückgenommene Ausnahmeverfahren gegen Zuckeralkohol und Tabak.

00:19:45: Also Einsparpotenziale gibt es sicherlich auch noch woanders.

00:19:48: Ich glaube da sind wir uns einig, das Problem halt eben was wir was wir adressieren müssen.

00:19:55: und ich glaube das Thema ist ja hochkomplex.

00:20:00: also es ist ja so auch wenn man jetzt die öffentliche Debatte verfolgt hat über dieses Gesetz.

00:20:05: ich habe mir zum Beispiel vor ein paar Tagen Ein Podcast angehört vom heute Journal.

00:20:09: Da war Ferdinand Gerlach drin, der Vorsitzende der ehemalige Vorsitzenden vom Sachverständigen Ratgesundheit und Pflege, der auch jetzt in der Finanzkommission Gesundheit, glaube ich stellvertretender Leiter der Kommission war, der ja auch da an den Reformvorschlägen mitgearbeitet hat.

00:20:27: Das war eine privat tätige Hautärztin aus Berlin tätig und Marietta Slomka.

00:20:32: Und wo ging es?

00:20:33: Welches Thema hat sich das zwanzig fünfzehn Minuten lang gedreht?

00:20:37: um das Hautkrebscreening.

00:20:39: Also der Aufreger, auch medial in der Öffentlichkeit dieses Beitragsstabilisierungsgesetzes ist so ja okay.

00:20:46: also die öffentlichen Themen die genannt werden ist dann das Hautgrebsc screening fällt weg.

00:20:51: ich sage das jetzt mal bewusst überspitzt.

00:20:52: Ich finde es auch nicht gut dass das jetzt nicht mehr flächendeckend durchgeführt wird.

00:20:56: Es wird halt evaluiert.

00:20:58: aber es ist nicht das Präsente aus diesem Gesetz und ich glaube viele der Bundestagsabgeordneten tatsächlich genau wissen, die da drüber abstimmen.

00:21:11: Ich habe zum Beispiel auch jetzt ein Brief an meinen Bundestags-Abgeordneten hier in Wiesbaden aufgesetzt, den wir jetzt die nächsten Tage abschicken.

00:21:20: Der Mann ist Ökonom, er ist im Bundestag irgendwie eine Finanzkommission, irgendein Gremium drin und der spricht zu so Themen wie Tankrabatt und Luftverkehr.

00:21:32: also der hat ja überhaupt Denke ich mal jetzt würde ihm jetzt nichts unterstellen, aber ich weiß gar nicht ob der in dieser Tiefe und Komplexität überhaupt begreift über was er dann abstimmt letztlich.

00:21:45: Insofern finde ich das eine gute Aktion die Abgeordneten anzuschreiben egal ob auf Bundesebene, ob auf Landesebene oder kommunaler Ebene.

00:21:55: Man kann das machen.

00:21:56: ich habe das schon öfter gemacht man kriegt zumindest mal man findet zumindest mal Gehör auch wenn jetzt sicherlich da jetzt keine wesentliche Passi aus diesem Gesetz wieder rausgenommen werden aufgrund von irgendeiner Briefaktion.

00:22:12: Aber es ist einfach, wir müssen auch an die Leute rangehen und ihnen glaube ich die Probleme schildern, die da drüber letztlich abstimmen.

00:22:20: Ich würde den jetzt gar nicht immer unterstellen hier uns von irgendwelchen Fleischtüpfen abschneiden zu wollen oder die Versorgung aktiv verschlechtern zu wollen das ist ja auch eine Sache.

00:22:32: Man kann vielen Menschen da keinen Vorwurf machen, dass sie mich mit dem Thema nicht in der Tiefe auskennen.

00:22:38: Was man aber eben sagen muss?

00:22:40: Man muss den Leuten die Arbeit machen eben zuhören und das ist das was ja nicht passiert auf Seiten vom Bundesgesundheitsministerium.

00:22:52: Also der negative Aspekt, dass man eben sagt okay das System wandelt sich und es handelt sich gegen unseren Willen.

00:23:00: Da muss man jetzt auch wenn ich mich selber darüber ärgere und wenn ich politisch aktiv bin muss man natürlich jetzt mal auch innerärztlich das ganze Mal mit ein bisschen Ruhe betrachten.

00:23:10: wir befinden uns in einem Transformationsprozess bei dem man bis zum Das, was wir uns alle wünschen wäre, dass man mit uns in den Diskurs geht.

00:23:23: Dass man vernünftig im Plan entwirft und sagt okay wie können wir die Belastungen möglichst gleichmäßig verteilen?

00:23:31: Was sind zumutbare Belastung?

00:23:33: Das wäre ja etwas.

00:23:34: da wären also so erlebe ich die Diskussion innerärztlich die meisten Ärzte bereit diese Diskussion zu führen.

00:23:41: das Problem ist Wir haben oder die Politik hat so lange gewartet, bis der Druck zu handeln sich nicht mehr wegdiskutieren lässt und jetzt eben gehandelt werden muss egal ob das blöde oder nicht.

00:23:56: Und da muss man tatsächlich sagen dass wir Ärzte ruhig auch mal uns besinnen müssen ob unsere Aufopferungsbereitschaft wirklich ein Geschäftsmodell ist.

00:24:11: Wir haben uns letztendlich niedergelassen, weil wir aus dem Klinikdruck raus wollten... ...wir haben uns nieder gelassen, Weil wir unserer eigener Herr sein wollten, weil sie unsere Geschicke selbst bestimmen wollten und die Möglichkeiten Geld zu verdienen.

00:24:31: Da gibt es in Deutschland genau zwei Stück als Arzt, als niedergelassene Arzt wenn man seinen Job gerne macht nämlich man behandelt Privatpatienten oder Kassen-Patienten und bei den Kassen Patienten da zwingt einen niemand zu.

00:24:43: das wird auch häufig gar nicht ist er es gar nicht bewusst.

00:24:46: Wenn ich mich wieder lasse kann ich mich bei der kv melden und kann sagen Ich bin Facharzt für Allgemeinwilzien.

00:24:51: Ich möchte gerne Kassenpatienten behandeln Und kann mich dann eben auf eine Zulassung bewerben Und dann nimmt die KV mich.

00:25:02: und dann gibt es einen Deal, dass ich durch die Kv regelmäßig Geldsummen kriege, wo die Geldströme gesichert sind.

00:25:10: Wo die Abrechnung zwar ätzend ist aber weniger schlimm als wenn ich selber Rechnungen schreiben muss.

00:25:17: Ich habe den Zugang zu knapp neunzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland als Kunde Und das ist der Grund, warum man Kassenarzt geworden ist.

00:25:30: Dass jetzt im Verlauf der Situation oder den Verlauf des Finanzen.

00:25:37: dieser Deal, dass wir da ein auskömpliches Einkommen haben wenn wir Kassenpatienten behandeln – das ist ja nicht etwas, was wir gebucht haben!

00:25:47: Also wir können auch durchaus eben sagen, okay wir machen das anders.

00:25:50: Ich glaube man sollte sich eh von diesen ganzen Bedingungen frei machen und sich nicht selbst als Sklave fühlen.

00:25:55: Das fand ich ganz spannend mit vielen Ärzten mit denen ich gesprochen habe.

00:25:58: die fühlen sich als Sklave im System.

00:26:01: Klar!

00:26:01: Man hat Kredite aufgenommen die man abbezahlen muss.

00:26:04: Das macht einen immer so ein bisschen zum Sklaven des Systems.

00:26:08: Aber das sind alles Schritte, die wir bewusst wahrgenommen haben in dem Zutrauen dass das mit den Kosten und der Erstattung und den Geldern im Grunde genommen in Zukunft weitergeht.

00:26:22: Und jetzt erleben wir zum ersten Mal, dass es nicht weiter geht, dass der Staat sein Versprechen nicht hält.

00:26:27: Das ist sehr spannend was jetzt passiert wie sich die Ärzte positionieren.

00:26:32: Lassen Sie sich noch nieder, bleiben die an einem Krankenhaus suchen.

00:26:35: Ihr glück in MvZ springt jetzt.

00:26:36: die Mvz Gründung sprießt sie durch die Decke wobei man sich fragen muss wenn die Praxen davon nicht leben können können das Mv Z auch nicht und Krankenhäuser auch nicht.

00:26:46: also da muss man tatsächlich sehr genau hingucken ob die ambulante Vergütung oder welche Strukturen die ambulanten Vergütungen da noch übrig lässt.

00:26:58: ja absolut stimme denn allem zu was du sagst Und es wird doch sehr spannend sein, wie du sagst zu sehen, wie wir in den Praxen darauf reagieren.

00:27:08: Auch wir haben konkret schon mit dem Gedanken gespielt.

00:27:12: Ich habe das auch in dem Brief an den Wiesbadener Abgeordneten Dr.

00:27:15: Korbach geschrieben.

00:27:16: Wir werden ab in Kraft treten dieses Gesetzes dann zum ersten, erstens, zwanzig sieben und zwanziges glaube ich, werden wir einfach... keine Kassenpatienten mehr aufnehmen können, weil wenn das wirtschaftlich nicht tragfähig ist.

00:27:30: Dann sind wir nicht bereit irgendwelche Versorgungslücken die dann entstehen aufzufangen.

00:27:35: und die entstehen schon allein dadurch zwangsläufig dass in den nächsten Jahren also bis zwanzigneun und zwanzichzwanzigdreißig jetzt gar nicht so auf ultralange Sicht betrachtet sondern in den letzten drei bis fünf Jahren rund dreißig Prozent der Kolleginnen und Kollegen in Hessen, aber im Bundeswald sind die Zahlen eigentlich ziemlich gleich.

00:27:53: Auch ihre Tätigkeit beenden werden zumal sie ja nicht unbedingt Bedingungen vorfinden, die es so attraktiv machen dann den Ruhestand noch nach hinten rauszuschieben.

00:28:04: und das wird natürlich spannend zu sehen wie wir das reagieren und wir müssen da auch als Unternehmer dann ab dem bestimmten Punkt handeln.

00:28:14: auf der anderen Seite spreche ich ja auch wenn ich mit Kolleginnen und Kollegen spreche.

00:28:19: Ich glaube, ich spreche mir so als Inhaber von Praxen in einem Ballungszentrum und strukturell schon auch wirtschaftsstarken Stadt durchaus ein bisschen aus einer Elfenbeinturmsituation heraus.

00:28:37: Ich habe mich jetzt kürzlich mit einer Kollegin unterhalten die in dem Vorort hier in der Nähe tätig ist.

00:28:44: Die sagt okay Kollegen zwei drei Praxner im Ort machen zu Und die Leute stehen bei uns am Tresen.

00:28:52: sich da frei zu machen und zu sagen, ja dann behandelt ihr die halt einfach nicht oder der nimmt dir die einfach nicht auf.

00:28:58: Das ist natürlich oft so gar nicht möglich.

00:29:01: Dann sind dann private Verstrickungen.

00:29:03: darin ist es weiß ich nicht.

00:29:05: Der Betreuer aus dem Fußballverein oder die Schwiegereltern von einem Freund.

00:29:09: Es sind alles Leute, die auch im Ort bekannt sind und untereinander bekannt sind, die denn auf einmal am Dresen stehen?

00:29:14: Und unsere MFA's sind ja dann diejenigen, die das Ganze abbekommen und dann sagen müssen wir können sie aber nicht aufnehmen.

00:29:21: Da müssen wir, denke ich, viel Resilienztraining als Praxis selber machen.

00:29:26: Um einfach da eine gewisse Grundhärte reinzubringen – so schlimm sich das jetzt anhört!

00:29:31: – um den Leuten auch sagen zu können, dass wir nicht alles abfangen und nicht alles fädern können.

00:29:39: Und schon gar nicht das was die Politik ständig an Versäumnissen uns vor die Tür legt.

00:29:45: Aber das wird auf jeden Fall eine super herausfordernde Sache.

00:29:49: Ich meine, Marc du erlebst das ja wahrscheinlich dann auch jetzt schon bei dir tagtäglich das Praxen umgehen oder zu machen und die Leute bei dir dann letztlich vor der Tür stehen?

00:30:00: Marc lustigerweise.

00:30:01: ganz kurzer Einwand zum heutigen Thema des Podcastes und bei dieser Frage ist dein Hintergrund grünlich gehalten?

00:30:09: in einem grünlichen Licht?

00:30:10: passt das?

00:30:11: Ist dir schlecht geworden bei der Diskussion?

00:30:16: Ja,

00:30:16: also der Spruch vom Fressen und Kotzen.

00:30:20: Den kennen wir alle.

00:30:21: im Moment geht es einem echt so.

00:30:22: das geht mir aber mit der gesamten Politik so auf jedem Feld.

00:30:27: Das ist wirklich kaum auszuhalten was derzeit gemacht wird auf wie vielen Feldern dort eigentlich genau dass gemacht wird Was nicht passieren darf.

00:30:37: Ich habe gerade schon im Vorgespräch gesagt Flute the sound of shit Was eigentlich ja eine Markergeschichte ist, das passiert in Deutschland und da kommt man irgendwann nicht mal gegen andere.

00:30:47: Da kommt halt genug Mist bei durch weil man es nicht aufhalten kann.

00:30:51: also so einen Riesenhaufen Mist kann man nicht auf halten Und dann muss man eben gucken wie die Schadensbegrenzung ist.

00:30:58: bei uns auf dem Land ist das tatsächlich so, wie Christian beschrieben hat.

00:31:03: Andererseits haben die Leute durchaus Verständnis dafür, wenn man sagt wir können einfach nicht mehr aufnehmen.

00:31:09: Wir haben das ja genau auch durchgemacht bereits weil diesen Generationenwechsel schon zumindest hier bei uns direkt vor Ort teilweise vollzogen haben.

00:31:18: Das bedeutet, dass es haben schon mehrere ältere Kolleginnen und Kollegen aufgehört.

00:31:23: Teilweise haben sie dann Nachfolger bekommen aber beispielsweise die direkte Nachbarpraxis wird nicht.

00:31:29: das Nachbargebäude war also auch eine Allgemeinarztpraxis.

00:31:34: Die Dritte war schräg gegenüber gewesen, aber das ist eine Zusammenballung gewesen.

00:31:39: Die hat aufgehört und wir haben, ich glaube, sechshundert Patienten aufgenommen was sehr, sehr anstrengend ist.

00:31:46: Ich habe das im Podcast auch schon mal gesagt.

00:31:49: Und wenn man das tut dann möchte natürlich auch eine Vergütung dafür haben.

00:31:54: und was jetzt passiert es ja mit diesen Begrifflichkeiten wie FIX Kosten, Regression und so weiter.

00:32:01: Dass man einfach von einem geringeren Fallwert ausgeht der unsere Vergütungsstruktur repräsentiert ist ja nicht so dass wir von der Politik bezahlt werden sondern das haben die KV'n in der eigenen Hand.

00:32:12: die können sagen wie sie ausschütten.

00:32:15: ich meine das heißt fällt mir jetzt gerade nicht ein aber Honorar Verteilungsmaßstab genau Und da gibt es ja diverse Szenarien nicht abschätzen können.

00:32:30: Mir hat heute ein Mitarbeiter von der KV auch gesagt, also es kann natürlich auch sein im Extremfall dass die KV sagt wir schütten auch wirklich insgesamt dann alle weniger aus so das dann insgesamt die Praxis kosten oder die Praxisfinanzierung sinken.

00:32:47: und da werden viele sagen sie reduzieren ihre Leistungen Sie würden Personal nicht mal einstellen sie würden keinen Arzt keine Ärztin einstellen zusätzlich.

00:32:58: das reduziert die Leistung.

00:33:01: Dazu kommen natürlich auch die Fachärzte und Fachärzte, die schlechter bezahlt werden, wo uns dann die Patienten auf der Mathe stehen.

00:33:08: Das ist unser Problem bei einem System, was auf dem Land sowieso schon ein Vermangel dominiert

00:33:15: ist.".

00:33:19: Ja da hast du recht!

00:33:19: Also bisher haben die Fach Ärzte immer argumentiert wenn Patienten keinen Termin beim Facharzt bekommen, sollen sich beim Hausarzt melden der sich darum kümmern soll dass sie woanders einen Termin kriegen und das wird so in Zukunft nicht mehr funktionieren.

00:33:40: Übrigens Christian ganz kleiner Anmerkung zu dir ja du hast recht.

00:33:44: also das Gesetz wird dann starten theoretisch ab ersten erstes siebenundzwanzig.

00:33:51: Aber wenn das Gesetz jetzt nach der Sommerpause beschlossen werden würde, würde ja erst mal das Gesetz als solches an die gemeinsame Selbstverwaltung übergeben werden.

00:34:01: Die dann anfängt überhaupt ein Regelwerk zu erstellen.

00:34:05: Das heißt wir wissen gar nicht ob die zum ersten Ersten dann fertig sind oder ob die eventuell erst zum ersten Vierten fertig sind.

00:34:13: aber du hast natürlich recht es wird Erste erste oder erster Vörter, wenn das Gesetz verabschiedet wird, wird das greifen und dann werden wir am Podcast sicherlich über den Herbst- und Weihnachten die Freude haben.

00:34:28: Dass wir dann die Auswirkungen, die wir jetzt im Moment nur theoretisch abschätzen können in der praktischen Realität besprechen.

00:34:36: Und dann passiert das Markt.

00:34:38: was du gesagt hast dass man eben sich überlegen muss eine MFA einzustellen kostet die Summe X Und wie viel Leistung und wie viele Patienten muss ich behandeln, damit sich diese Summe x refinanziert plus einen kleinen Gewinn.

00:34:53: Damit die Arbeit, die ich damit habe, sich für mich als Praxisinhaber rentiert?

00:34:57: So funktioniert das ganz sehr!

00:34:59: Wenn ich natürlich dazu nicht zwei Hundert Patienten, sondern vierhundert Patienten behandeln muss, dann muss ich als Arzt ja diese Vierhundert Patient behandeln.

00:35:11: Dann kann ich mir die Frage stellen, lohnt es sich das?

00:35:13: oder spare ich die eine MFA nicht eventuell ein.

00:35:16: Dadurch sinkt die Leistung und ich versuche bei den anderen übrig gebliebenen MFAs ein bisschen Leistungen hochzufahren, sodass ich am Sweetspot bin zwischen Einnahmen- und Ausgaben und Gewinnen, denen ich aus der Praxis erziele.

00:35:31: Und das ist Rechnung, die da dürftet ihr mir zustimmen.

00:35:36: Die meisten Kollegen gar nicht so gemacht haben in ihrer Praxis.

00:35:40: das sind völlig neue Erfahrungen.

00:35:42: Die haben wir als Ärzte so wieder gelernt.

00:35:44: noch haben wir uns vorstellen können dass wir die mal so in der Form durchführen können.

00:35:49: viele Kollegen leben so nach dem Motto Pimal Daumen passt und am Ende springt was raus und ob es ein bisschen mehr oder weniger ist Das guckt man nicht so genau hin weil's einfach genug ist.

00:36:01: Und das wird sich sicherlich wandeln und damit wird auch Christian diese Härte kommen, die du beschrieben hast.

00:36:08: Die dann dazu führt dass da wo die sozialen Strukturen die Ärzte zu sehr erpressen wie Ärzten weggehen werden.

00:36:18: Ja, also das ist so ein Domino-Effekt der dann entsteht.

00:36:21: Aber du hast völlig recht.

00:36:25: Städtisch kann sich das Ganze noch alles ein bisschen länger hinziehen aber in ländlichen Regionen kann das ganze echt eine sehr schnelle, sehr dunkle Facette aufnehmen dass da ärztliche Versorgung wegbricht.

00:36:39: Ich fand ganz interessant wir haben uns vor ein paar Tagen ja mal darüber unterhalten und da wäre auch offen jetzt auch hier darüber gesprochen haben, dass dann eben wenn der Kunde GKV nicht mehr ausreichend bezahlt.

00:36:57: Wir einfach die Zeiten für GK-V Patienten auf ein gesetzliches Mindestmaß reduzieren um eben anderweitig Privatsektor dann unsere notwendigen Umsätze zu erzielen, dass wir ja auch im Endeffekt darüber nachdenken können unsere KV-Sitze eventuell wenn sich das rentiert zurückzugeben oder teilweise abzugeben.

00:37:25: Halbesitze zum Beispiel etc.

00:37:28: und du hast da von einer ganz interessanten gesetzlichen Regelung mir erzählt die ich gar nicht wusste relevante Teil der KV-Zulassung quasi nicht besetzt sind, dann hat das durchaus interessante Folgen.

00:37:46: Erzähl doch mal!

00:37:47: Ja... fühlt sich dann immer an Anfang der zweitausender Jahre erinnert.

00:37:55: Da gab es damals eine große Aktion vom Bayerischen Hausärzteverband, bei dem Kollegen aufgefordert wurden ihre Zulassung zurückzugeben in einem sogenannten Korbmodell.

00:38:05: Alle haben ihre Kündigung in einen Korb getan und wenn mehr als fünfzig Prozent der Ärzte im Korb sind, dann wird dieser Korb der KV übergeben weil die ambulante Versorgung so kritisch ist, dass die KV den Versorgungsauftrag nicht mehr wahrnehmen kann und die Krankenkassen dann eben Privatrechnungen den Patienten erstatten müssen.

00:38:31: Das war damals, ich glaube es ist damals gescheitert und ich glaube auch nicht dass das heute passiert im Rahmen eines Protestes sondern dass wovor ich mehr Angst habe.

00:38:41: Ist so ein stiller wandel denn die politik vergisst völlig dass wir nur von zwanzig stunden sprichstundentätigkeit für passen passenpatienten anbieten müssen.

00:38:53: Das ist das, was wir vertraglich zugesichert haben.

00:39:03: Und real arbeiten aber die meisten Ärzte irgendwo zwischen sixundreißig und vierzig Stunden in der Patientenversorgung pro Woche – dann kommt ja noch das ganze administrative On-top.

00:39:16: Und wenn wir Ärzte jetzt eben sagen, okay.

00:39:18: Wir reduzieren es auf die fünfundzwanzig Stunden und wir stellen fest, dass wir mit Gutachtertätigkeiten privatärztlichen Angeboten das kompensieren können dann kann eben passieren, dass man nicht nur die fünf und zwanzig stunden reduziert sondern eventuell auch eine halbe Zulassung zurück gibt.

00:39:37: und Dann wird es tatsächlich spannend weil dann reden wie über so ein stille

00:39:41: Flucht

00:39:42: der Ärzte aus dem Kassenärztlichen Bereich.

00:39:46: Und die KV hat zwar die Verpflichtung, die Sicherstellung zu gewährleisten aber das kann sie nur wenn sie genug Ärztes hat und da beginnt sozusagen eine Diskrepanz.

00:40:01: Die Sicherstellung muss die Kv aufrechterhalten.

00:40:03: egal ob die Ärzten ausreichend bezahlt werden Können Sie aber selbstständig entscheiden, ob sie bei dem Spiel mitmachen oder nicht.

00:40:13: Und wenn die Ärzte nicht mitmachen?

00:40:15: Dann hat die KV ein Riesenproblem und das wird dann in so einem Dominoeffekt auch dazu führen dass die Politik dann einen Kommunen in Ländern im Bund ein zunehmend größeres Problem hat Versorgung zu sichern.

00:40:29: Und das, was ich befürchte ist und deswegen bin ich auch sehr dagegen dass jetzt dieses Gesetz mit so viel Gewalt durchgepeitscht wird.

00:40:37: Auch wenn es so knapp ist und wir so große Probleme haben macht das Sinn, dass man politisch eher demokratisch alle mitnimmt.

00:40:47: Weil die Gefahr, dass wir Strukturen verlieren und niedergelassene Ärzte verlieren, die wir dann später nicht wieder aufbauen können so schnell... Die ist riesengroß!

00:40:58: Und wie Marc das gesagt hat also Christian auch wenn wir beide in der Innenstadt sind stelle dir vor um dich herum machen drei vier Kollegen zu und die Patienten wollen alle zu dir und stehen bei dir im Treppenhaus Schlange.

00:41:10: Da kommen die Patienten mit Terminen überhaupt nicht durch.

00:41:15: Also das ist sozusagen vorprogrammiert und harte ist dann tatsächlich das falsche Wort.

00:41:23: Das ist dann wirklich krass, also da müsste man Sicherheitsunternehmen im Zettel ins Treppenhaus stellen dass den Patienten abfragt sind sie Patient dieser Praxis?

00:41:35: wenn nicht hier ist der zettel wo Sie sich melden können und da muss man die Nummer vom Hessischen Sozialministerium oder von der KV Hessen drauf batschen.

00:41:45: Eine Einordnung hätte ich noch dazu.

00:41:47: Und zwar es fällt uns wirklich auf die Füße, dass wir Ärzte und Ärzten uns so leicht auseinander dividieren lassen mit der Uneinigkeit zwischen den verschiedenen Sektoren und auch in der Uneinnigkeit zwischen jetzt beispielsweise Gebietsfachärzten und Hausärzden auf der anderen Seite.

00:42:06: und deswegen sind wir auch was das angeht Einfach eine leichte Beute zusammen mit der Ansicht.

00:42:14: Das hatte ich ja auch schon mal diskutiert hier im Podcast, dass man immer wieder auch großen Reichtum uns unterstellt und so weiter.

00:42:22: Karl Lauterbach hat das gemacht und verschiedene andere Player.

00:42:26: Der Ferrari fahrende Lebemann, der Mitwurst damit das auf dem Golfplatz seinen Leben genießt.

00:42:33: Nur Mitwurz?

00:42:36: Genau!

00:42:39: Diesen Bild wird relativ schlecht entgegenzutreten, weil es einfach auch so emotionalisiert.

00:42:46: Letztlich ist es einfach für die Politik das zu machen und deswegen ist es auch schwer dem entgegenzutreten in der gebotenen Art und Weise.

00:42:56: aber ich glaube schon wir müssen auf jeden Fall dafür sorgen dass das in der Bevölkerung ankommt.

00:43:02: und was können wir tun im Moment?

00:43:03: Wir können uns an die Bundestasse abgewenden sowie du Christian das gemacht hast Ja, von deinen Würfen auch ein Schreiben hier abgeleitet.

00:43:12: Was ich hier vorschlage, warte aber auch noch darauf was der Hausärzteverband hier vorhat und man kann wenn man die Möglichkeit hat sich für Interviews in der Zeitung bereitstellen.

00:43:23: Man kann seine Bundestagsabgeordneten einladen.

00:43:26: Und man kann mit den Patienten sprechen und ich hoffe es gibt gute Plakataktionen für die Praxen dass wir sie auch deutschstandweit aufhängen können um den Leuten mit dem Leuten ins Gespräch kommen und auch darauf hinwirken, dass das Verständnis eben auch in diesem Sinne einzughält.

00:43:47: Die ganzen Aktionen kommen also ganz sicher die werden jetzt alle anlaufen.

00:43:52: aber das Problem an der Geschichte selbst wenn wir jetzt das Gesetz im Idealfall verzögern würden ist sozusagen das Problem, dass wir haben.

00:44:03: Dass wir vierzig Milliarden Euro nicht haben die wir irgendwo herzaubern müssen in den nächsten fünf Jahren, dass reale Probleme bald bestehen und Jetzt kann man natürlich sich im Kreise drehen und schimpfen.

00:44:19: Das haben wir jetzt ganz, ganz viel gemacht.

00:44:21: aber jetzt kommen wir mal so ein bisschen zu den Lösungsansätzen.

00:44:24: wie seht ihr denn die Möglichkeiten?

00:44:26: das was im Moment das große Halsversprechen ist wird Digitalisierung uns daraus holen?

00:44:31: Wird ein KI-Assistent am Telefon oder einen KI-assistent in der Art digitalen Anmeldung auf der Homepage das Sorgungsproblem so weit lösen, dass wir auf einmal statt tausend Patienten, zweitausend Patienten pro Quartal versorgen können.

00:44:47: Was denkt ihr?

00:44:50: Naja ich denke... Was im Digitalgesetz ja angedacht ist, es ist die E-Überweisung.

00:44:55: Wir sprechen auch nochmal übers Digitalgesetz in einer der nächsten Folgen aber das ist zum Beispiel etwas wo wir einfach mit Kolleginnen und Kollegen strukturierter und vielleicht schneller ohne große technische Hürden ins Dialog kommen.

00:45:15: Ich kann da jetzt ein Beispiel geben was ich super positiv finde.

00:45:22: Wir hatten vor ein paar, ja vor drei Monaten einen Treffen mit dem Leiter der Frankfurter Uniklinik der Kardiologie mit Professor Leisner.

00:45:32: Der uns dann letztlich einen Tool an die Hand gegeben hat.

00:45:36: Der hat uns die Dr.

00:45:40: Lib Connect Zugänge also das ehemalige Silo Ja, von sich und seinen Oberärzten gegeben.

00:45:45: Und eine Chatgruppe gegründet und gesagt so wenn ihr irgendwie ein Problem habt, wenn ihr ihn befund habt ist immer ein Oberarzt on call.

00:45:52: Ihr könnt hier vierundzwanzig sieben EKGs reinstellen, befunde Fälle reinstellen.

00:45:57: wir können uns der Fälle dann annehmen.

00:45:59: klar das natürlich schöner wenn jetzt ein Patient auch mal privat versichert ist ja aber auch krassen Patienten egal.

00:46:05: Wir können so einfach die leicht und über einen Chatdienst uns absprechen.

00:46:13: Das funktioniert hervorragend, das ist auch das erste Mal dass ich überhaupt eine intersektorale Kommunikation erlebe weil was wir ja sonst intersektuale Kommunikations bedeutet für uns in die Kliniken rein ne rosa Einweisung aus der klinik raus der endgültige der vorläufigen Entlassungsbericht.

00:46:31: so kommunizieren wir an der sektorengrenze mit diesen zetteln oder diese gelbe Überweisungen.

00:46:37: Ja, hundert-achtzig Zeichen glaube ich umfasst wo man noch nicht mal den Hauch einer Krankengeschichte draufbekommt wenn man wirklich eine Fragestellung hat.

00:46:45: Das ist alles wahnsinniger Abrieb und durch solche Lösungen können wir schnell und effizient in Kontakt treten und das spart natürlich auch Geld!

00:46:56: Wenn ich so mit Kollegen... Wir machen das ja jetzt auch über diesen ehemaligen Silo-Dienst.. Auch mit Fachärzten in Kontakt treffen kann uns Patienten darüber vermitteln können.

00:47:10: Da brauche ich auch keinen Hausarzt, Vermittlungspauschale weil ich ja keine Kosten habe!

00:47:15: Ich hab ja keine MFA die zehn Minuten in der Warteschleife hängt bei der Facharztpraxis mit der Kollegin vor Ort erst mal sprechen muss ob einer der Ärzte gerade verfügbar ist damit die Ärzten untereinander absprechen ob der Patient kommt.

00:47:27: Dann brauchen wir solche Pauschalen nicht mehr.

00:47:29: das heißt die Digitalisierung ist da schon eine Lösung aber es muss halt eben gut gemacht sein.

00:47:35: oder der Dienst, der da ist muss einfach von uns so effizient genutzt werden und angenommen werden dass wir damit auch Spaß haben.

00:47:44: Ja aber Spaß alleine reicht nicht.

00:47:45: also ich finde das auch alles toll!

00:47:47: Wir hatten es schon drüber unterhalten.

00:47:48: Ich finde das wirklich total innovative Modelle.

00:47:53: Das Problem an der ganzen Geschichte ist lebt davon Hoch motivierte Kollegen haben, die das neben ihrer Arbeit add-on anbieten.

00:48:02: Und mit Dr.

00:48:03: Lip hast du einen der teuersten Anbieter, die es überhaupt nur gibt in diesem Terminmanagement Portal.

00:48:10: und da ist natürlich die Frage wenn sich das anfängt für dich nicht mehr zu lohnen finanziell würdest Du's dann weiter betreiben?

00:48:20: Nur weil es so fancy ist und Spaß macht?

00:48:23: Gut, das ist jetzt der TI-Dienst.

00:48:25: Ich glaube, er ist nicht an Dr.

00:48:26: Lib Abo?

00:48:27: Ja aber du hast eben auch Dr.Lib mit angeboten und du hast recht.

00:48:31: Silo ist natürlich kostenfrei oder der Nachfolger, aber letztendlich ist.

00:48:36: trotzdem muss man natürlich sagen... Und darauf wollte ich eigentlich hinaus dass die digitalen Lösungen natürlich uns unterstützen können.

00:48:46: Aber dass wir eben mit den digitalen Lösungen neue Verantwortlichkeiten haben, neue Aufwände haben.

00:48:53: und da muss man ganz ehrlich sagen also unabhängig davon ob das Spaß macht und fancy ist, muss ich das ja auch in irgendeiner Weise vernünftig abbilden.

00:49:02: Wie gesagt wenn ich Effizienzsteigerung damit erzielen kann dann tut es unter Umständen eben schon.

00:49:07: Also wenn ich damit meine Kommunikationsprozesse so erleichtern kann, dass sich mehr Zeit habe Dann habe ich davon schon auch einen positiven Effekt, dann könnte ich theoretisch ja auch mehr Patienten durchschleusen.

00:49:22: Das Problem ist, wie hoch skaliert man das?

00:49:24: Natürlich gibt es relativ viel zu heben auch im Bereich der Digitalisierung und in dem Bereich der KI usw.

00:49:32: Aber wir müssen natürlich auch gucken dass das nicht so fehleranfällig ist.

00:49:36: Die Chatchapiti beispielsweise bei Patienten-Eigenschilderungen hat eine Trefferquote in Richtung Diagnose von gerade mal eben sechzig Prozent.

00:49:45: Das heißt wir dürfen uns auch nicht überschätzen.

00:49:46: also wird uns sicher helfen die digitale erste Entschätzung wo man eben guckt, in welche Versorgungsstufe gehöre ich überhaupt.

00:49:53: Aber wer soll das alles machen und mit wieviel Aufwand ist das verbunden?

00:49:57: Die Einzehnt sechs, einzehn sieben ist derzeit kaum für die Patientinnen und Patienten erreichbar wird.

00:50:02: Das heißt also da muss man schon auch Lösungen finden, die dann auch nachhaltig funktionieren.

00:50:07: Und runterskaliert auf unsere Praxen gibt es diverse Lösungen, was wir machen können.

00:50:12: Wir können eine digitale Rezeption haben, wir können Telefonassistenten haben.

00:50:16: Habe ich alles?

00:50:17: Das macht's doch effizienter!

00:50:19: Aber um auf Tinos Frage zurückzukommen... Ich glaube nicht dass ich meine Patienten Fallzahl verdoppelt bekomme denn die eigentliche Arbeit, die ich hintag mache ist davon stückweit losgelöst und hat ganz andere Dimensionen.

00:50:32: einfach und klar wird das auch unseren Berufsalltag verändern und es auch effizienter machen.

00:50:39: Aber es wird nicht dazu führen, dass wir jetzt am Ende noch die Hälfte der Praxen brauchen um die gleiche Versorgung zu stemmen, die ja auch noch wächst im Rahmen der demografischen Veränderungen, die unser Gesellschaft unterworfen sind.

00:50:55: Eine Sache würde mich noch interessieren habt ihr auch so Schiss vor dem Gesetzentwurf zum Primärversorgungsmodell wie ich?

00:51:04: Warum?

00:51:07: Nein, also die Gesetzesituation ist im Moment so.

00:51:12: Das alles was da kommt uns im Moment nicht gefällt.

00:51:15: Sei das jetzt das Spargesetz oder das Digitalgesetz.

00:51:17: Ich gehe davon aus auf das Primärarztsystem dass Nina Wagen vorstellen wird unser Wohlwollen gefunden.

00:51:27: Ich glaube tatsächlich, dass wir jetzt eine ein neunzig Grad Kurve im Gesundheitssystem hinlegen mit all den Nebeneffekten die entstehen.

00:51:40: Und das, wo wir die Kollegen am meisten mitnehmen müssen ist, dass sie halt eben ihre Praxistruktur nicht an idealen und ideellen Punkten alleine ausrichten.

00:51:52: Sondern dass die eben auch vernünftig gucken, dass sich das Ganze rechnet und dass es nicht irgendwie ein böses Erwachen gibt.

00:51:57: weil da muss man jetzt auch sagen wenn ich meine Rechnung nicht bezahlen kann dann guckt keiner wie gut und innovativ ich meine Patienten versorgt habe Geld haben und das ist meistens immer eine sehr unbarmherzige Mathematik.

00:52:17: Ich glaube, dass was auf uns kommt, das System wandeln wird und alle die mit dem alten System aufgewachsen sind wahrscheinlich den Rest des beruflichen Daseins hadern werden, dass sie dem alten system hinterherweinen werden.

00:52:36: Ich glaube, dass viele Dinge sehr viel unangenehmer werden.

00:52:38: Sehr viel enger werden, sehr viel bürokratischer werden und man darf nicht vergessen also wenn man sich mal diese demografische Entwicklung anguckt Christian wir haben das dann soviel alten Podcasts getan.

00:52:50: Das ist nicht lösbar mit ein bisschen Digitalisierung und einem Physician Assistant oder einer Primary Care Managerin, die man dann in der Praxis anstellt.

00:53:04: Wir werden Praxen nicht dazu bemächtigen.

00:53:07: In der Regel versorgen tausend zweihundert Patienten versorgn und danach mit der gleichen Zuwendung zweitausend Patienten.

00:53:15: Also wenn wir zweitausend Patienten versorgen müssen in der Praxis, damit wir auf dasselbe Geld kommen was wir vorher mit tausend zweihundert verdient haben dann ist das natürlich nicht möglich für den Patienten im gleichen Service.

00:53:30: Und da müssen wir auch eine neue Form finden, wie wir Berufszufriedenheit erlangen werden.

00:53:35: und dann sind digitale Tools die uns helfen diesen Molloch abzuarbeiten.

00:53:41: Aber da muss jeder für sich gucken inwieweit der sich diese Mollok unterwerfen will.

00:53:46: und da muss auch ein bisschen Selbstbewusstsein mit dazu kommen dass man eben sagt ich bin nicht Arzt geworden um mich einem Kassenarztsystem zu verpflichten, sondern kommt das was du so ein bisschen angesprochen hast komme ich nicht auch mit einem halben Arzt zurecht und kann die andere Hälfte mit ganz anderen Tätigkeiten zubringen.

00:54:06: Und wenn die CBD Zeiten ausgeweitet werden vielleicht finden dann auf einmal viele Ärzte das ganz cool zu sagen Ich fahre die Praxistätigkeit runter mache dafür mehr ärztliche Bereitschaftsdienst und Videosprechtstunde Was ja im Grunde genommen dann wie die Kategorität des Kreises ist, aber das wird wahrscheinlich das Gesundheitssystem erstmal solche Merkwürdigkeiten produzieren.

00:54:29: Ja ich würde auf jeden Fall noch ergänzen wollen dass es immer auch von der Struktur der Regionen abhängt welche Möglichkeiten dort existieren.

00:54:38: Bei euch in Wiesbaden ist es wohl relativ gut bei uns im ländlichen Bereich sind da die Verdienstmöglichkeiten über die GOE doch sehr viel limitierter.

00:54:48: Und was man auch dazu sagen muss, ist dass das eine extreme Förderung der Ungleichheit ist.

00:54:53: Weil wir ja alle die Patienten schon Patienten kennen, die können sich nicht mal eben leisten noch ich weiß nicht wie viel zig oder hundert Euro in ärztliche und medizinische Leistungen zu stecken.

00:55:04: Es gibt es schon einen gewissen Ausmaß und es gibt auch viele Quatschstärken.

00:55:08: gemacht wird, dass Leute irgendwie zur Halbpraktik kann gehen und Hunderte von Euro für irgendwelche komischen Stuhl- oder Laborprofile ausgeben.

00:55:15: aber in der Fläche wird das die Ungleichheit und einfach nochmal vertiefen.

00:55:22: Und auf diese Art und Weise eine ganz neue Form von auch zwei Klassenmedizin befördern, das befürchte ich persönlich.

00:55:30: Ja, ich glaube am Ende müssen wir festhalten die Rahmenbedingungen für uns.

00:55:35: Die werden sich schon deutlich verändern schneller wahrscheinlich als wir uns das wünschen und wahrscheinlich auch viel weniger mit uns abgestimmt als wie uns das Wünschen würden.

00:55:46: aber Wir werden uns irgendwie drauf einstellen müssen weil der Praxisaaltag der muss ja doch irgendwie weiter laufen Und die Herausforderung für uns wird schon sein handlungsfähig zu bleiben.

00:55:58: Wir können nicht alles beeinflussen, was um uns herum passiert.

00:56:02: Aber ich glaube wir können für uns schon entscheiden wie wir damit umgehen.

00:56:07: Ja eins ist sicher klar es wird sich viel verändern und wir werden halt Wege finden müssen damit klar zu kommen.

00:56:16: Das war das Arztgespräch mit Christian Köhler Mark Harnefeldt und Tino Sommerbrot Und unser Thema heute war Gesundheitspolitik

00:56:24: im Blindflug.

00:56:27: Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann teilt ihn, wertet auf unserer Homepage

00:56:33: und macht damit doch was ihr wollt.

00:56:35: Was ist los?

00:56:39: Du meinst, weil es heute ein Laba-Podcast

00:56:41: gibt.

00:56:41: Genau!

00:56:42: Macht doch mit dem Podcast, das ihr wollt!

00:56:45: Bis zum nächsten Mal,

00:56:50: ciao!