#76 | Winter is coming - Überstehen die Arztpraxen den Sparfrost aus Berlin? ( (ZU GAST: Dr. Christoph Weinrich, KBV)

Shownotes

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist beschlossen – und die ambulante Versorgung wird überproportional belastet. Für die Hausarztpraxen heißt das konkret: Die Honorare werden gedeckelt, jedes Wachstum, mehr Fälle, mehr HZV-Einschreibungen, mehr Leistungen, werden nur noch mit Abschlag vergütet, die TSVG-Zuschläge für Terminvermittlung und offene Sprechstunde werden gestrichen, und die Entbudgetierung, keine zwölf Monate alt, wird durch die Hintertür wieder einkassiert.

Man baut damit das Fundament ab, auf dem die eigenen Reformen stehen sollen: kein einziger Effizienzmechanismus, keine Strukturveränderung, keine Anreize zur Niederlassung – während dieselbe Regierung parallel ein Primärarztsystem plant und eine Notfallreform beschließt, die beide auf starke Hausarztpraxen angewiesen sind.

Darüber sprechen wir mit Dr. Christoph Weinrich, Leiter des Stabsbereichs Recht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Was ändert sich für die Praxen ganz praktisch, welche rechtlichen Spielräume haben sie – vom Zuschnitt der Sprechstunden bis zur Anpassung des Leistungsangebots – und wie stellen sie sich jetzt klug für die Zukunft auf?

Folge aufgenommen am 14.07.2026

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00:00:07: Willkommen zum Arztgespräch, dem Podcast über Medizin und Gesundheitspolitik.

00:00:11: Mein Name ist Christian Köhler.

00:00:12: Ich bin Facharzt für allgemeinen Medizin- und Hausarzt in einer Gemeinschaftspraxis in

00:00:16: Wiesbaden.

00:00:18: Mein name ist Christian Sauerbrot hier im Podcast

00:00:20: Tino.

00:00:21: Und ich arbeite ebenfalls in eine Gemeinschaepraxis von

00:00:25: Wiesbanen.

00:00:27: Mein namens Marc Ranefeldt.

00:00:28: Ich war allein auf Weiterflur.

00:00:30: Ich habe Hausarzen

00:00:31: aller

00:00:31: Einzelpraxis in Niedersachsen.

00:00:34: Ja, und unser Thema heute Winter is coming.

00:00:37: Überstehen denn die Arztpraxen den Sparfrost aus Berlin?

00:00:42: Am zehnten Juli hat der Bundestag das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz beschlossen nach einem Gesetzgebungsverfahren, das ja selbst das Bundesverfassungsgericht noch kurz beschäftigt hat.

00:00:57: Knapp neunzehn Milliarden Euro sollen, zwanzig sieben und zwanzigein gespart werden.

00:01:02: Und rund zwei Komma sieb Milliarden davon in der ambulanten Versorgung.

00:01:06: das hat spürbare Auswirkungen auf die Hausarztpraxen und allgemein auf die ambulante Medizin über die wir gleich sprechen werden an Honoradecklungen Abschläge auf Wachstum Die gestrichenen TSVG-Zuschläge und die Entbudgetierung, die jetzt kaum zwölf Monate altern wieder durch die Hintertür einkassiert wird.

00:01:28: Und auch wenn der Bundeskanzler eigentlich nicht wüde wird zu behaupten dass man das Gesundheitssystem jetzt damit effizienter gemacht hätte muss man schon sagen, dass eigentlich kein einziger echter Effizienzmechanismus im Gesetz eingebaut ist und auch keine notwendige Strukturveränderung sich da drin findet, die ja eigentlich so nötig wäre.

00:01:46: Und deshalb wollen wir heute darüber reden, was das ganz konkret für unsere Praxen bedeutet.

00:01:52: Das dürfen wir als Praxeneigentlich jetzt noch und wo geht da die Reise hin?

00:01:57: Und ganz besonders freuen wir uns darüber dass heute Dr.

00:02:01: Christoph Weinrich bei uns zu Gast ist im Podcast.

00:02:04: er ist Leiter des Stabsbereichs Recht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

00:02:09: Hallo Christoph finden wir ganz toll, dass du heute hier bei uns bist.

00:02:12: Hi ich freue mich und danke für die Einladung.

00:02:15: Hallo Marc, hallo Tino.

00:02:18: Wie war denn eure Gefühlslage so eigentlich als ihr dann mitbekommen habt dass das Ding Freitag doch ziemlich flott erst durch den Bundestag gegangen ist und dann nachmittags der Bundesrat ja auch noch zugestimmt hat?

00:02:33: Ja, es war eine gewisse Entwichterung muss man ja schon sagen.

00:02:36: Also die Hoffnung war ja schon dass hier nochmal nachgebessert wird oder das zumindest doch noch mal das Ganze in den Vermittlungsausschuss geht.

00:02:46: aber das ganze ist letztendlich nicht passiert sondern ist es durchgewunken worden und ist mehr oder minder eine ziemlich deutliche Klatsche für das speziell für das ambulante System in Deutschland.

00:03:02: Ich habe am Tag davor bei der Kastenärztlichen Vereinigung Gliedersachsen in Stade gesessen und dort wurde mir gesagt, ja das ist ja schon heute beschlossen worden.

00:03:12: Davor hat er Janosch Dahm nochmal eine Verfassungsklage oder das Verbundesverfassungsgericht angerufen und hatte gesagt es muss erst mal gestoppt werden diese Abstimmung weil so viele Änderungen drin waren, nochmal zum Schluss und deswegen keine vernünftige parlamentarische Auseinandersetzung möglich gewesen wäre.

00:03:32: Und dann hieß es für mich, Donnerstag ist das schon durch!

00:03:36: So bin ich nach Hause gefahren mit dem Fahrrad von Stade aus, mit sehr viel Wut im Bauch und deswegen war ich auch schnell da.

00:03:44: Das sind dreißig Kilometer mit dem Rad.

00:03:46: Es war nicht so anstrengend wie auf dem Hinweg Aber am Ende war es ja so.

00:03:53: Es wurde nur beschlossen, dass die Abstimmung stattfinden würde und am Freitag kamen sie dann auch durch.

00:04:00: Und sehr schnell konnte man dann auch Phoenix usw.

00:04:02: beobachten, das der Bundesrat nichts gegen sagen würde, weil die noch mal ein paar Hundert Millionen bekommen haben für ihre Krankenhäuser.

00:04:10: Das ist deren Fokus.

00:04:12: Deren Fokus ist nicht die ambulante Versorgung.

00:04:15: Und das ist halt sehr, sehr großes Problem.

00:04:19: Christoph, wie hast du das so wahrgenommen bei ihr in der KBV?

00:04:24: Ihr wart ja sicherlich auch sehr nah dran und sehr intensiv beteiligt.

00:04:28: Wahrscheinlich an den Verhandlungen im Gesundheitsausschuss

00:04:31: etc.?

00:04:34: Ja, das waren wir!

00:04:35: Und ich möchte es mit einem hässischen Spruch einleiten... Die Gespräche mit dem Ministerium im Entwurfsstadium und jetzt auch darüber hinaus auf den parlamentarischen Verfahren.

00:04:47: in Hessen sagt man, da kann man auch genauso gut einen Moksen ins Horn pätzen.

00:04:51: Also mit anderen Worten, man kann sich mit der Wand unterhalten.

00:04:54: Und genau so war das.

00:04:55: wir haben viele, viele Gespräche geführt.

00:04:58: es ist glaube ich allen bekannt dass wir eine finanzielle Schieflage in unserem Gesundheitssystem haben aber dafür führen immer viele Wege nach Home.

00:05:10: Wir haben sinnvolle Wege aufgezeigt, wir haben uns bemüht.

00:05:14: Wir haben viel, viel Arbeit investiert und viel Überzeugungskraft investiert aber wenn am Ende aus einem Weg zeigt eine Geisterfahrerei wird dann landen wir da wo wir jetzt sind.

00:05:25: Ich würde ganz gerne nochmal kurz die wichtigsten Gesetzesbeschlüsse für die ambulanten für die ambulanten Praxen, für die Hausärztinnen und Hausärzte Zusammenfassung also was in dem Gesetz beschlossen wurde.

00:05:41: Die Honorarsteigerungen werden ab jetzt gedeckelt.

00:05:44: Das heißt, der Punktwert und der Orientierungswert dürfen künftig nur noch so stark steigen wie die Löhne der Beitragszahler steigen.

00:05:53: Das ist diese Grundlohnrate über die wir immer gesprochen haben und was wir da immer gehört haben.

00:05:57: Und siebenundzwanzig bis neunzwanziger sogar ein Prozent weniger als die Grundlohrrate.

00:06:03: Das heißt steigen die Praxiskosten schneller dann bleibt real weniger übrig das in den letzten Jahren auch so war.

00:06:10: Das Zweite ist, das Wachstum wird quasi rabattiert durch eine Fixkostendegression.

00:06:15: D.h.,

00:06:15: also volle Preise gibt es nur noch für die Menge, die wir dieses Jahr erbringen und wenn man dann mehr Leistungen in den nächsten Jahren erbringt, dann wird diese Mehrmenge mit Abschlag bezahlt.

00:06:28: Das kennen wir ja, dass ist die Budgetierung wieder durch die Hintertür.

00:06:32: auch die HZV wird... ausgebremst, sozusagen.

00:06:35: Denn auch diese Hausarztverträge sollen an dieser Grundlohnrate gebunden werden und wenn wir dann nächstes Jahr mehr Patienten einschreiben, ist auch dort irgendeine Form von Abschlag fällig.

00:06:48: Dann fallen die Terminvermittlungszuschläge weg also der TSS-Fall, der Hausarz-Vermittlungsfall und die offene Sprechstunde.

00:06:58: Diese Fälle wandern zurück ins Budget.

00:07:01: Die HEPA-Vergütung wird gestrichen, die Befüllung der elektronischen Patientenakte.

00:07:06: Auch extra budgetäre Leistungen werden gedeckelt, das heißt Checkups, Krebsfrüherkennung, Impfungen kommen in feste Töpfe und wenn das im Topf nicht reicht dann wird das wiederquotiert vergütet.

00:07:18: also nicht wie bisher dass wir eine Preisstabilität haben für die Leistung die wir erbringen.

00:07:24: Die Organspendeberatung wird nicht mehr vergütelt Und einige Vorsorgeleistungen kommen auf den Brühstand, also der Checkup.

00:07:32: Fünfunddreißig das Hautkrebs screening ja und wir kriegen noch noch ein paar neue Alltagsaufgaben aufgebürdet die Teil A u. Also dass wir Burt teilen sollen ob Patienten die länger krank sind dann fünf zwanzig fünfzig oder seventy Prozent arbeitsfähigs sind und so'n quatsch.

00:07:56: Ja, das sind so die wesentlichen Änderungen für die ambulante Medizin.

00:08:00: Das ist schon recht viel und wie Magnus auch gesagt hat in den letzten Verhandlungen haben die Krankenhäuser, die Arzneimittelhersteller, die Apotheken noch ein paar Godis bekommen.

00:08:15: bei der ambulanten Medizin wurde leider nichts mehr nachgebessert.

00:08:20: Meine Frage jetzt mal Christoph ganz konkret Geht es denn da jetzt weiter in der Umsetzung?

00:08:28: Weil das ist ja das, was wir uns alle fragen.

00:08:30: Wir haben jetzt viel gehört aber was heißt denn das genau?

00:08:33: also zum Beispiel die Grundlohnrate wenn wir das mal sagen diese Deckelung dieser Grundlohnsumme Die ist ja glaube ich für vierundzwanzig oder weiß gar nicht ob sie jetzt schon berechnet ist für fünf zwanzig und sechsundzwannzig Und die war eigentlich auch immer so laut meiner Recherche so um die tatsächlich fünf Prozent.

00:08:53: Jetzt kriegen wir dann wohl ein Prozent weniger, also vier Prozent.

00:08:56: Auch eine Radsteigung von vier Prozent kann ich mich auch nicht daran erinnern.

00:08:59: aber wie geht das denn jetzt weiter in diesem administrativen Prozess?

00:09:02: Wie wird denn da jetzt so einen Orientierungspunkt wert ermittelt verhandelt?

00:09:06: gibt es da schon irgendwie einen Plan?

00:09:08: weiß man da was genaues?

00:09:11: Du hast das völlig richtig dargestellt.

00:09:14: Man muss unterscheiden zwischen den Regelungen die unmittelbar Gesetzeskraft erlangen und die unmittelbar auch materiell die Praxen betreffen.

00:09:22: Dazu habe ich noch gleich ein Beispiel, weil da ist wieder auch was passiert auf dem Weg wo man sich die Frage stellen muss.

00:09:29: Ist das eigentlich so geplant gewesen oder ist es aus Versehen reingerutscht in der Heile?

00:09:34: Aber daneben gibt es Regelungen, die dann die gemeinsame Selbstverwaltung aufgedrückt bekommen hat umzusetzen mit anderen Worten wir von der KBV als Partner im Bewertungsausschuss.

00:09:44: dazu gehört wie von dir gesagt, der Orientierungswert.

00:09:48: Den verhandeln wir jährlich und der Orientierung ist ja dem Grunde nach eigentlich keine Regelung zur Gehaltssteigerung von Ärzten sondern es sind eine Werterhaltungsklausel die die Finanzierung und die finanziellen Grundlagen der Praxen sichert.

00:10:05: so ist das eigentlich ausgestaltet.

00:10:07: Das ist eigentlich dafür da dass man sagt und Kalkulationssicherheit hat wenn ich meine Praxis so aufgestellt habe dann kann den diesen oder jenen Ertrag erzielen.

00:10:18: Und dafür gibt es relativ komplizierte Berechnungen im Rahmen des Orientierungswertes, da werden durch das Institut des Bewertungsausschusses.

00:10:27: so heißt dass das dazu arbeitet.

00:10:30: Werden der Kalkulationen vorgenommen?

00:10:31: Da gibt es eine Vorjahresanknüpfung, da wird nach einem sogenannten Jahresscheibenmodell gearbeitet was im Prinzip heißt ich brauche gesicherte alte Zahlen in diesem Jahr ist es tatsächlich Ja, so dass wir in die Orientierungswertverhandlungen reingehen werden und wir werden uns da zum Gegenwertungszeitbrut vorbereiten.

00:10:52: Das ist üblich zu dieser Zeit, das die Kalkulationen laufen, sodass realistisch gesagt noch niemand sagen kann wie sieht die Forderung aus?

00:10:59: Art I, die man erstellt weil wir uns es natürlich als KBV daran erlegen, gelegentliche Ertrag der Praxen erhalten bleibt und wie wirkt sich das Gesetz dann darauf?

00:11:12: auswahlte im Moment die Grundlohn- und Steigerungsrate, die kennen wir noch gar nicht.

00:11:17: Also das wird aber zeitnah so sein und dann werden wir uns das ansehen.

00:11:22: Ich denke, dass ist ja auch was, was generell.

00:11:25: bei den ganzen Begrifflichkeiten, die da fällt zum Beispiel der Wort Fixkostendegression habe ich auch keine Ahnung wie sich das jetzt, wie sich sowas konkret berechnet?

00:11:36: Das finde ich total spannend weil wir arbeiten in Gesundheitswesen immer mit sehr, sehr komplizierten Gesetzesbegriffen.

00:11:43: So und ich verstehe dass niemand die da draußen versteht sowie gerade Orientierungswert.

00:11:49: wenn ich sagen würde es geht um Wertehals des Ertrags der Praxis wird das jeder verstehen.

00:11:54: bei der Fixkostendegression ist das eine ganz lustige Geschichte die man sich da überlegt hat.

00:12:00: Ich will euch das mal in ein Bild erklären was sie da gesetzlich geregelt haben Die Haben.

00:12:04: tatsächlich steht euch einen Musiker vor Und ihr beauftragt den.

00:12:09: er sagt

00:12:10: Mensch,

00:12:10: Spiel auf meiner Party für zwei Stunden kriegst du vierhundert Euro dafür.

00:12:15: So dann ist die Partie ein Bombenerfolg!

00:12:18: Die Leute wollen mehr hören schreien Zugabe und Fixkostendegression ist jetzt das folgende man geht jetzt zu dem Musiker sagt viel bitte die Zugabe spiel bitte eine Stunde länger.

00:12:30: aber statt zweihundert Euro zahle ich dir dafür nur hundert Euro.

00:12:34: Argument?

00:12:35: Du hast ja die Instrumente schon auf die Bühne geschleppt du nicht mehr machen, deswegen nur die hundert Euro.

00:12:41: Bei dem Bild ist klar kein Musiker der würde sagen dann mache ich es halt nicht.

00:12:46: das ist eine Herausforderung die da natürlich in der Praxis nicht so einfach umsetzbar ist.

00:12:52: aber genau um den Sachverhalt geht's bei Fixkosten-Degressionen.

00:12:56: Ist ganz interessant dieses Bild was Du da erwähnst weil das ja schon etwas ist wo Wo wir als Ärzte um dieses Bild uns mal beizubehalten bisher nie von der Bühne gegangen sind sondern immer weiter gespielt haben, weil wir gedacht haben die Leute wollen die Musik ja auch hören.

00:13:11: Hier ist ja eine Party so.

00:13:12: wenn wir jetzt gehen dann keine Party mehr.

00:13:16: das ist ja auch das wo man immer gespielt hat was ja auch dieses System immer am Laufen gehalten hat

00:13:23: absolut allerdings.

00:13:25: wie der professionelle Musiker seid ihr in den Praxen am Ende des Tages auch Unternehmer die eine Kalkulation für den Unternehmen haben.

00:13:36: Und das bedeutet, dass sie natürlich Kosten und Ertrag in einem angemessenen Verhältnis sein müssen – ich brauche einen gewissen Umsatz, die muss mit meinen Kosten in Verbindung sehen – und jetzt habe ich die Herausforderung.

00:13:50: Niemand weiß zum gegenwärtigen Zeitpunkt wie hoch denn die Fixkostendegression ausfallen soll!

00:13:58: So, was bedeutet das für mich konkret als Unternehmer in der Arztpraxis?

00:14:02: Rein unternehmerisch gedacht jetzt erstmal.

00:14:04: Das bedeutet dass ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt vernünftigerweise keine zusätzlichen Investitionen in eine Leistungsausweitung treffen kann.

00:14:14: Dass eine wenn ich keine zusetzlichen Investionen treffe mich selbst ausbeuten kann nicht immer.

00:14:19: aber zusätzliche Investition zb extra MFA anstellen oder ähnliches, das werde ich ja nur dann machen.

00:14:27: Wenn ich meinen Ertrag kalkulieren kann und dafür muss ich die Grenzkosten kennen, kann ich nicht kennen wenn ich die Fixkostendegressionen nicht weiß.

00:14:35: deswegen wäre der erste Rat zu sagen zum gegenwärtigen Zeitpunkt wäre ich da sehr vorsichtig zu sagen Ich gehe jetzt erstmal in eine Ausweitung meiner Praxistätigkeit und investiere da rein Das Faszinierend dabei ist.

00:14:49: bisher War das Signal des Gesetzgebers ein ganz anderes?

00:14:52: Die Entbudgetierung, die wir erlebt haben im hausärztlichen Bereich.

00:14:56: Die hatte ja gerade den Zweck zu sagen bitte lieber Hausärzte macht mehr!

00:15:01: Wir brauchen mehr von dem Kapazitäten, die ihr habt in den Praxen für die Versorgung in unserem Land.

00:15:06: und jetzt sagt man so richtig wollen wir das Signal dann doch nicht mehr setzen.

00:15:13: also es ist im Prinzip ein gesetzgeberisches Hü und Hot was wir da erleben.

00:15:19: Das ist ja auch das Merkwürdige, dass die Strategie, die dahinter steckt jetzt so undurchschaubar ist.

00:15:25: Weil wir genau das eigentlich benötigen wollen, wenn wir in die Zukunft schauen, dass Hausärztinnen und Hausärzte mehr in nächsten Jahren ihre Praxen aufgeben werden, dass wir dreißig Prozent weniger in den nächsten drei bis fünf Jahren haben werden, die wahrscheinlich noch in der Niederlassung sind Marc, du hast es ja immer gesagt hier im Podcast schon häufig.

00:15:47: Dass einfach durch die Legislaturperiode eine rote Faden fehlt und das erleben wir jetzt wirklich in maximaler Ausprägung?

00:15:57: Ja definitiv!

00:15:58: Wir haben ja wirklich das Problem dass wir überhaupt keine Kontinuität darin haben und jeder nur versucht seine... Also ist ein Spruch aus Asterexen an jeder Kerfer seiner Tür da hat er genug dafür.

00:16:09: aber Das hilft uns im Gesundheitswesen nicht.

00:16:12: Wir müssen wirklich anfangen, strategisch zu denken und diese Themen die ihr gerade diskutiert habt betreffen ja uns sehr stark aber die kann kein Mensch verstehen.

00:16:24: so richtig.

00:16:26: und was mich umtreibt ist vor allen Dingen der Wegfall der TSVG-Fälle Und was das eben für Auswirkungen hatte auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten.

00:16:39: Da möchte ich auch wegkommen davon, dass man hier irgendwelche Ausnahmegeschichten schafft

00:16:43: usw.,

00:16:44: da muss wir darauf fokussieren.

00:16:46: Politik und Gesundheitspolitik bezahlt uns nicht und auch den Gebietsfachärzten nicht, was wir arbeiten.

00:16:54: Darum geht es ja mit all diesen Dingen, dass mal das endlich vergütet bekommt.

00:16:58: Mit TSVG bekommt man sogar mehr vergütete Da könnte man drüber streiten, ganz sicher.

00:17:04: Aber was wir demnächst erleben werden ist dass die Leute schlichtweg keine Facharzttermine mehr bekommen und das wir in den Hausarztpraxen überflutet werden von Patientinnen und Patienten sich darüber beklagen und dann müssen wir selbst versorgen oder wir kriegen keine Termine mehr oder wir müssten irgendwie selbst zum höher greifen wo wir keine Zeit für haben.

00:17:24: Und was ich mich da frage es ganz einfach die Expertenkommission Und viele, viele Player haben gesagt dieses Instrument ist gescheitert.

00:17:33: Da frage ich mich hat da jemand irgendwann mal die Realität geguckt?

00:17:39: Denn ja das haben Leute ausgenutzt.

00:17:42: es gab auch überall wo ich geguckt habe in Foren und Gruppen den ich war haben Gebietsfahrer als Praxen dass missbraucht für Gewinnmaximierung.

00:17:53: Ja das gab es.

00:17:54: Aber meine Wahrnehmung ist, es gab eben auch ein sehr, sehr gutes Instrument.

00:17:59: Was uns ermöglicht hat, Patientinnen und Patienten in diese fachastliche Versorgung reinzubringen.

00:18:06: Und das ist komplett ignoriert worden.

00:18:08: Das ist etwas was sich in das Tun der Bundesregierung insgesamt komplett hineinbringt oder komplett einfügt nämlich die komplette Ignorierung von Fakten zu Gunsten einer letztlich der komplett ideologischen Politik und zugunsten eines Klassenkampfes in dieser Regierung auslöst.

00:18:33: Zu Ungunsten von Ärmerern, in dieser Gesellschaft zu Ungunstens von Kranken die ja auch noch den vorbekommensten TV sein mit der AU ab dem ersten Tag.

00:18:46: es gibt so viele Dinge.

00:18:47: ich glaube wir könnten den Podcast zwei Stunden machen würden nicht alles hinkriegen.

00:18:52: Ja, bei Mark du hast jetzt ein Punkt gerade genannt da möchte ich dir widersprechen.

00:18:58: Die Kollegen verstehen sehr gut was da gerade läuft.

00:19:01: also das ist das was ich auch zurück gemeldet bekommen.

00:19:03: es mag sein dass die mit den einzelnen Vokabeln nicht so viel anfangen können die dahinter stecken aber natürlich diese Entwertung die die Bundesregierung hier oder der Bundestag gemacht hat was der wert ärztlicher ambulanter Leistung betrifft den merken die Kollegen sehr gut Und das merke ich auch bei mir jetzt durch die Rückmeldung von Mitgliedern im Verband.

00:19:27: Auf Landeshund Bundesebene, die Leute sind unglaublich sauer und so viel schreiben wie noch nie von der Basis bekommen, die auch ganz konkret einfordern... Da muss jetzt was passieren.

00:19:40: Und das ist schon etwas, was nicht so häufig passiert, dass die niedergelassenen Ärzte zu einer Art des Protestes aufrufen.

00:19:51: Normalerweise müssen wir ja eigentlich immer die Niedergelassene Ärzten bitten unsere Proteste zu unterstützen.

00:19:58: Ja, das hat mir auch aufgefallen.

00:19:59: Das ist wirklich auffällig und das habe ich auch seitdem ich mich mit... Brustpolitik beschäftig und seitdem ich niedergelassen bin so in der Form auch noch nie erlebt, dieser Unmut den du von überall her hörst.

00:20:14: Ich würde darauf eingehen.

00:20:16: also Tino Du hast völlig recht dass die Leute verstehen das.

00:20:20: ich glaube viele aus der Gemeinbevölkerung verstehen diese Begrifflichkeiten nicht.

00:20:26: viele aus unserem Bereich haben sich mit beschäftigt Und ich möchte was aufgreifen was Christopher eben gerade gesagt hat.

00:20:32: es ist die fehlende Verlässlichkeit im System, die das Problem darstellt.

00:20:39: Denn und das ist ein Mediathekel für alle, die jetzt im System sind und für die, die rein wollen.

00:20:45: Und das ist noch viel schlimmer angesichts des Ärztemaristien wir haben.

00:20:50: Wir haben das im Podcast vor ein paar Monaten diskutiert als die Psychotherapeutin von einem Monat auf den anderen ihre wirtschaftlichen Grundlage verloren haben oder einen Teil davon, in dem ich aber Akutfälle und so weiter nicht mehr bezahlt worden sind.

00:21:07: Oder ihr Gesamthonorar gekürzt worden ist.

00:21:10: Das kam im März auf, am April plötzlich war es schon gültig!

00:21:15: Und wie will man mit einem Unternehmen – und wir sind Unternehmer als Praxisinhaberin und Praxisinhaber – über längere Strecken?

00:21:25: Es dauert Monate sein Team auf oder abzubauen.

00:21:28: Wie will man dort mit einer Unzuverlässigkeit, die Politik heute zeigt, Praxen führen und in die Zukunft bringen?

00:21:40: Und ich sage das ganz klar hier um es mal voranzustellen meiner Meinung nach ist das völlig klar dass die Politik versucht dass möglichst klinikbetriebene MVZ diese Versorgung übernehmen.

00:21:52: Und es ist allen völlig unklar, weil niemand in die Praxen reinschaut, dass das nicht klappen wird, weil kliniktbetriebende MVZ vielleicht zwei Drittel oder ein Drittel von dem tun können was wir tun können und damit wird die Versorgungs schlechter wenn Praxien verschwinden werden.

00:22:08: Das war absolut richtig.

00:22:09: ja zudem Terminvermittlungsfall, was wir vorhin hatten wollte ich noch kurz anmerken.

00:22:16: Es ist ja eigentlich auch ein Steuerungselement gewesen und ganz wichtiges und das ist ja genau das, was eigentlich in den letzten Jahren von uns verlangt wurde und was auch im Rahmen der Primärversorgung im Rahmen des Prämierarztmodells jetzt von uns verlangt werden soll dass wir besser steuern.

00:22:37: Das wurde ja vom Bundesrechnungshof in Frage gestellt seinerzeit, weil die eine Umfrage gemacht haben.

00:22:43: Soweit ich weiß korrigiert mich wenn es nicht stimmt unter Ich glaube versicherten dass die Wartezeiten auf Facharzttermine steigen.

00:22:51: Und zwar von, glaube ich, im Jahr two-tausend neunzehn bis zwei tausend dreiundzwanzig ist die Wartezeit dem Durchschnitt gestiegen und das hat man quasi als Argument genommen um zu sagen ja denn da hat der Terminvermittlungsfall ja nichts gebracht.

00:23:03: Das war aber nie das was dieser Vermittlungsfall machen sollte warte Zeiten bei Fachärzten zu verkürzen sondern die Patienten die notfallmäßig oder dringlich in Fachärztpraxen vermittelt werden sollten dort eben in kurzer Zeit hinzuvermitteln.

00:23:18: Und das hat sehr, sehr gut funktioniert in einigen Fachrichtungen.

00:23:23: Glaube HNO bis zu achtzig Prozent der Patienten innerhalb von vier Tagen Termine bekommen haben.

00:23:29: Das heißt es hat als Steuerung eigentlich gut funktioniert?

00:23:33: Wieso wird dann sowas von der Politik eigentlich aufgegriffen und dann so weg gebürgelt?

00:23:40: Da gehe ich mal gerne rein weil ich hatte im Eingangsstatement gesagt Es war bisweilen wie dem Oxton ins Hornpässe.

00:23:47: genau dass ist einer der wesentlichen Punkte gewesen.

00:23:51: Wir haben seit Beginn des Jahres immer und immer wieder, ob auf der politischen Ebene – das war mein Vorstand auf der Fachebene ich selber im Ministerium vorgetragen gesagt Leute wenn ihr steuern wollt funktioniert das in unserem Gesundheitswesen natürlich über Incentivierung weil über Zwang zu steueren das kann man versuchen.

00:24:18: Weiß man allerdings, wie eine zwangsgesteuerte Wirtschaft funktioniert?

00:24:23: Das hat man im Osten dieses Landes lange Zeit gesehen.

00:24:26: So wir haben immer wieder gesagt Man kann darüber nachdenken da etwas umzustrukturieren.

00:24:32: Man kann drüber nach denken es etwas anders zu machen aber Wir brauchen die finanziellen Mittel um das zu steuern.

00:24:38: und während am Anfang dieser Gespräche auch gerade auf der fachebene auch immer gesagt wurde ja das stimmt Da habt ihr recht das stimmt fachlich.

00:24:46: Und Ja Es ist ja auch eine Wahrheit, dass diese TSHG-Fälle wie du richtig gesagt hast Christian weniger gewartet haben.

00:24:53: Das war eigentlich ein durchaus probates Mittel erstmal das so zu versuchen und nichtsdestotrotz hat man es dann komplett eingeklappt zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

00:25:05: Es ist einfach komplett weg dieser Steuerungsansatz Wie man am Ende des Tages eine Steuerung im System erreichen will oder herbeiführen Oder vielleicht sogar auf die Idee kommt, dann legen wir zum Ersten den Gang wieder in eine andere Richtung rein.

00:25:20: Das ist mir schleierhaft!

00:25:22: Weil mein Eindruck ist zunehmend und das kann ich nur wiederholen.

00:25:27: Man versteht nicht dass man es bei Praxen mit kleinen Unternehmen zu tun hat oder auch mittelgroßen Unternehmen die MFA's einstellen müssen?

00:25:36: Ich kann nicht schnipsen und sagen okay dann sind sie da sondern ich muss da erstmal was aufbauen.

00:25:43: Und ich werde tatsächlich viele, viele Fachärztinnen und Fachärzte haben darauf vertraut, dass diese Steuerung so funktioniert.

00:25:50: Haben auch investiert in die entsprechenden Strukturen.

00:25:53: So jetzt ist sie weg genauso letztendlich wie bei euch Hausärzten und Hausärzen der Hafer.

00:26:00: Ja das da kann man streiten drüber ob er in seiner Ausprägung via war richtig war oder ob man dann nicht hätte was korrigieren müssen.

00:26:07: Da kann man lange darüber reden.

00:26:09: Aber einfach das Geld, was für Steuerung vorgesehen ist rausnehmen aus dem System und allen sagen im Herbst kommen wir aber mit einer Regelung an.

00:26:17: Und dann lernt ihr alle das steuern.

00:26:20: Das lässt mich fassungslos zurück.

00:26:25: Dino, du hast eine gute Frage genommen?

00:26:26: Es

00:26:26: ist ja so dass die Nina

00:26:28: Waken...

00:26:29: Ja also wollt grad fragen Die Nina Wagen hat ja im Gegensatz zum Lauterbach den wir vorher hatten keine richtig eigene Agenda.

00:26:40: Ich kam jetzt noch nicht dazu, mit Nina Wagen da mal persönlich zu reden.

00:26:45: Aber hat die da selber eine Vision oder setzt sie einfach nur den Koalitionsvertrag um?

00:26:53: spricht oder hört ihr auf ihre Berater?

00:26:55: Weil das ist jetzt nicht so, dass so eine komplexe Gesundheitsreform wie das Beitrag Stabilisierungsgesetz sich irgendjemand in der müden Minute morgens beim Umdrehen von der Linken auf die rechten Seite ausdingt.

00:27:12: Also ich also Art eins.

00:27:14: Ich kann nichts dazu sagen was Frau Wagen bewegt.

00:27:17: Da fehlen mir die Kenntnisse.

00:27:19: Ich bin auch nicht im persönlichen Austausch mit Frau Waken.

00:27:22: Das macht die politische Ebene auch der KBV.

00:27:25: Was ich allerdings weiß, ist dass die Anteile, die den ambulanten Bereich betreffen von Wartens Spargesetz, dass sie tatsächlich sich so lesen als hätten Sie der GKV-Spitzenverband, als hätte dieser, der sie geschrieben?

00:27:41: Weil das ein oder andere lässt sich anders schlicht und ergreifend nicht anders erklären.

00:27:51: Nimmt als Beispiel das Thema Fallzahl-Dekressionen nochmal.

00:27:56: Der Bewertungsausschuss hat seit Jahr und Tag, vielleicht auch zu wenig bekannt gewesen vorher, den Auftrag zu prüfen ob bei steigenden Fällen wegen der dann sinkenden Kosten die Vergütung anzupassen ist, also der Punktwert anzapassen.

00:28:16: Auftrag hat der Bewertungsausschuss schon immer.

00:28:18: Da hatte er sich auch immer drum gekümmert und kam immer zum Ergebnis, nee das lässt sich nicht richtig feststellen da wird kein Beschluss

00:28:25: zugetrauchen.

00:28:26: Und jetzt sagt man Jetzt mach's aber wirklich!

00:28:30: Natürlich hätte der GKV-Spitzeverband immer das total gerne gemacht.

00:28:34: Er hat allerdings die Mehrheit gefunden mit dem unparteiischen Vorsitzenden des erweiterten Bewertungsausschusses der eben Professor Wasem ist volkswirt und deswegen darf man ihm glaube ich ökonomischen Sachverstand unterstellen, der halt am Ende des Tages immer gesagt hat ohne Zahlen oder konkrete Ergebnisse macht er da nichts.

00:28:55: Und jetzt ist es wieder reinkommen.

00:28:58: das kann nicht mehr nur mit dem Wirken des KKV Spitzenverbandes erklären.

00:29:03: Ich habe bei dem Thema noch eine Sache im Kopf.

00:29:06: ich saß auf Einladung des Vorstands der Ärztekammer Liedersachsen Und ehemaliges Mitglied der Kammerversammlung bis zu den Eröffnungsveranstaltungen des deutschen Ärztetags dieses Jahr.

00:29:25: Meine Frau saß auch da, also ich saß unten im Publikum, ich glaube acht Meter von Frau Waken entfernt und meine Frau saßen oben im Publikum.

00:29:32: Da habe ich nachher so gesagt die hat uns ja eigentlich im Vertragenssinn nicht als Leistungserbringer bezeichnet, sondern als Kostenfaktor.

00:29:42: Als Kostenverursacher.

00:29:43: und meine Frau hat gesagt, was erzählst du da?

00:29:47: Das hat sie Worte wirklich gesagt.

00:29:50: Und das ist das, was diese Leute über uns denken.

00:29:55: Ich glaube dass tatsächlich der Erläumung von ambulanter Medizin so schlecht ist, Millionarios sind, die mit was nur Golf spielen wollen und den Rest der Woche nichts mit Patienten zu tun haben wollen.

00:30:09: Und nur sehr viel Geld verdienen.

00:30:11: Und sie sind halt in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts gefangen und ihren Denksystemen diese Leute.

00:30:17: Daher kommt das möglicherweise und ich sehe nicht wie man

00:30:23: das

00:30:23: umsteuern möchte muss ich sagen.

00:30:26: Marc Ich bin total irritiert warum nur zum Ende der Woche nix mit Patienten zu tun habe zu haben wollen?

00:30:32: Das fängt bei mir die Woche an!

00:30:34: Den Rest der Woche, habe ich gesagt.

00:30:40: Alles klar!

00:30:40: Nein, Christoph, du hast schon recht wir können in die Köpfe nicht richtig reingucken und die Verhandlungen sind schwierig und man sagt dann immer die da oben.

00:30:51: aber ich würde ganz gerne noch mal zu den Kollegen an der Basis zurückkommen weil sie sich natürlich jetzt genau fragen was soll ich tun?

00:30:58: Und viele fühlen sich eher als Ärzte und nicht als Unternehmer fremdeln auch mit der Begrifflichkeit Betrieb so ein bisschen haben, aber natürlich alle eine Vorstellung was sie jetzt tun sollen und oder dass sie etwas tun soll nicht.

00:31:15: Was sie tun sollen das die etwas tun sollen?

00:31:17: Und dann kommt natürlich immer diese Idee ich flüchte aus der aus der GKV Sprechstunde Ich mache ne Privatsprechstunde auf.

00:31:26: So viel Privatpatienten gibt es aber gar nicht.

00:31:28: und selbst wenn ich jetzt die Öffnungszeiten auf die gesetzliche Mindestanzahl absenke, dann habe ich ja gar nicht die Möglichkeit das gesamte Honorat zu verdienen.

00:31:39: Wenn man sich tatsächlich mal so in die Details reinguckt ist das für die Kollegen schwierig zu steuern weil sie ja erst lernen dass ihre Identität als Kassenarzt ein Stückchen aufgeben müssen.

00:31:54: Sie müssen eine neue Identität finden, also Fachärzte für allgemeine Medizin oder Internisten oder Chirurgen waren wir schon immer aber viele haben sich eben auch als

00:32:03: Kassennarzt

00:32:04: gesehen ein Stück weit in ihrer Identität und da habe ich das Gefühl dass ganz viele sehr frustriert sind und jetzt ja ja auch frustrierte dem System den Rücken kehren wollen.

00:32:17: aber so leicht ist es ja auch nicht.

00:32:20: Jeder hast du recht, Tino.

00:32:21: Und ich glaube da möchte ich an einer Stelle auch eine Lanze dafür brechen zu gucken.

00:32:29: Es gibt immer hell und dunkel und was ich beobachte Da will ich jetzt mal an einer stelle positive Stimmung verbreiten.

00:32:35: es gibt einen massiven Wandel Auch in den Kassenärztlichen Vereinigungen und auch bei der KBV Im Verhältnis Zu den Mitgliedern.

00:32:44: also Ich Glaube dass das Mindset Das wir für die ärztliche Basis und die psychotherapeutische Basis natürlich auch eintreten.

00:32:54: Das ist mittlerweile überall angekommen, alle KV's haben sich committed – und auch die KBVs haben sich commitit – die Ärztinnen- und Ärzte und die Psychotherapeuten zu begleiten in dem Prozess und tatsächlich auch Hilfestellungen darin zu geben was man machen kann.

00:33:12: das geht auf der Bundesebene Natürlich damit, indem ich Ratschläge gebe zum Beispiel wir als Juristen uns dazu positionieren.

00:33:21: Was sind dann eigentlich meine Pflichten und wo hören die Pflichte vor allem auch auf?

00:33:25: Wie kann ich damit tatsächlich am Ende des Tages betriebswirtschaftlich umgehen?

00:33:30: bei den Kassenärztlichen Vereinigungen ist es das Thema Honorarverteilungsmaßstab auch wieder so ein kompliziertes Wort aber das kann ich eben natürlich auch zu gestalten dass Praxen optimal einen Ertrag erzielen, mit der Summe Geld die da tatsächlich vorhanden ist.

00:33:49: Die Leistungen anzubieten, die dafür realisierbar sind.

00:33:54: also man kann ja eben auch eine einnahmenorientierte Versorgungspolitik am Ende des Tages betreiben um nichts anderes zu machen als es da ist.

00:34:06: und letztendlich bei euch in den Praxen sind doch zwei, drei Sachen wichtig.

00:34:11: Also das erste und das will ich aber auch mal vor der Klammer sagen weil jetzt viel über Betriebe und Unternehmen nehmen gesagt habe selbstverständlich ihr als Ärztin und Ärzte und auch was für psychotherapeutischen Mitglieder?

00:34:25: ihr habt vor allem Medizin im Sinn, ihr wollt die Leute versorgen.

00:34:29: Ihr seid ja keine Verwaltungsleute, die die Leute gesund verwalten wollen sondern ihr wollt Menschen behandeln, die als Menschen zu euch kommen und dieses gesamte System ist eigentlich so gebaut mal gewesen dass ihr das auch in Frieden machen könnt.

00:34:42: So daneben gibt es aber die Komponente da sich gucken muss wie rechnet sich mein Laden?

00:34:49: Das werde ich in irgendeiner Form machen müssen und da gibt es wie du Tino richtig sagst die eine Komponente zu gucken, wie öffne ich meine Praxis?

00:35:04: Da gibt es gesetzliche Mindestsprechstundenzeiten.

00:35:07: Fünfundzwanzig Stunden habe ich das Honorar natürlich nicht ausgeschöpft.

00:35:12: Das wäre völlig irrsinnig zu denken!

00:35:17: Aber darüber hinaus wird es halt in den Honorarverteilungsmaßstäben tun, ablesbar geben zu sagen.

00:35:24: Was mache ich denn optimal?

00:35:26: Und das liegt genau am Honorar-Verteilungsmastab im facherzlichen Bereich.

00:35:30: Im hausärztlichen Bereich wird das mutmaßlich ein bisschen einfacher sein weil die Fallzahldegression ja auf Fallzahl Zuwächse stattfinden soll.

00:35:38: Das heißt da kann ich erst mal sagen dass was sich habe an Praxisgröße.

00:35:44: Da werde ich mich wohl unter einem gewissen Vorabbehalt darauf verlassen können, dass sich diese Fälle auch vergütet werden.

00:35:51: Da spielt dieses Thema eine Rolle.

00:35:53: ich würde jetzt vielleicht nicht zwangsläufige Investitionen treffen mehr zu machen das würde ich jetzt zum gegebenen Zeitpunkt nicht machen.

00:36:00: aber Ich glaube da so ein Ausgleich zu finden und da bin ich mir auch ganz sicher gerade bei dem thema Patienten mit dringenden Anliegen zu versorgen.

00:36:11: Das ist gar nicht so ein juristisches Thema, sondern das ist eigentlich eher wieder ein Thema für euch, weil so wie ich es verstehe immer wenn ich mich mit euch Medizinern unterhalte macht ihr ja auch ganz viel was mit Medizin eigentlich gar nichts zu tun habt in den Praxen und da muss man halt darüber nachdenken ob das dann noch realisierbar ist.

00:36:31: aber um nochmal auf das Beispiel zurückzukommen mit dem Musiker vom Anfang der Musiker könnte ich auch sagen Stimmt, die Instrumente sind schon alle da und hundert Euro mehr sind dreihundert Euro nicht nur zweihundert euro.

00:36:48: Also die Frage ist auch da gibt es ja durchaus sagen wir mal Rechnungsoptionen über die man nachdenken kann wie man das für sich gestaltet.

00:37:00: Das ist genau der Wert des Unternehmertums dass man eben guckt was habe ich an Einnahmemöglichkeiten umwie gestaltig in der Praxis.

00:37:09: Du hast einen wichtigen Punkt gesagt, der Honorarverteilungsmaßstab.

00:37:14: Um jetzt die Zuhörer da nicht allzu langweilen im Grunde genommen ist das aber das was auch der Hausärzteverband macht, die KBV-Macht und LandesKV'n macht.

00:37:24: Wir unterstützen die Praxen indem wir diese Abrechnungsmodalität mit der Krankenkasse gestalten.

00:37:32: Diese Gestaltung sorgt dafür dass die Kollegen Jetzt gucken müssen, wie gestalten sie ihre Praxis um.

00:37:42: Was sind denn aber so ganz klare rote Linien?

00:37:45: Wo man sagen muss einfach da gibt es keine Gestaltung.

00:37:49: also wir fallen jetzt drei ganz spontan ein das wären die Öffnungszeiten das wäre die Fortbildungsfristen und die Teilnahmeärztlichen Bereitschaftsdienst.

00:37:57: Aber gibt's dann noch andere wo man sagt dass sind wirklich Punkte auf die man auf jeden Fall aufpassen muss.

00:38:06: Was ist mit der Igelleistung, kann ich das beliebig erweitern?

00:38:12: Ja also iGelleistungen ist ja ein Feld für sich glaube ich was daneben ist und es gibt sicherlich viele viele sinnvolle Leistungen die darüber angeboten werden.

00:38:22: Die bloß nicht über die GKV abgerechnet werden und die kann ich selbstverständlich in den Arztpraxen erbringen Und die werde ich auch zukünftig erbringen können.

00:38:32: Ich glaube dass Die wichtigste Pflicht oder die Wichtigste, der wichtigste Punkt den du genannt hast ist Vertragsärzte sind nach der Ärzte ZV.

00:38:41: Verpflichtet, fünfundzwanzig Stunden in der Woche Sprechstundenzeiten anzubieten, davon von fünf in sogenannte offene Sprechtunde, das heißt da sperr ich die Tür auf so dass es das was sich machen muss.

00:38:55: darüber hinaus habe ich einen großen Gestaltungsspielraum in der Organisation meiner Praxis Und es ist selbstverständlich auch nicht verboten.

00:39:04: Aber da komme ich mir fast schon lehrerhaft vor, wenn ich euch sage dass das Vertragsärzt natürlich auch erlaubt ist Privatprechstunden anzubieten.

00:39:14: Das wisst ihr alle selber auch ohne dass ich euch das sag.

00:39:17: aber auch das kann ich machen und selbstverständig wird das in der ein oder anderen Region auch eine Möglichkeit sein zu sagen ja dann mache ich zwei Privatstunden schwer.

00:39:28: Ich kann auch sagen, ich gehe Cello spielen oder mache sonst was.

00:39:31: Also Pflicht ist das, was in der RCZ-V steht – nicht mehr!

00:39:39: Also ich kann theoretisch sagen... Ich mach von Montags bis Freitag von acht bis treizehn Uhr meine GKV Sprechstunde die ich ableisten muss weil ich einen vollen Versorgungsauftrag habe und mache die Nachmittage klar ausgewiesene Privatsprechstunde.

00:39:54: Das wäre möglich.

00:39:56: Was is eigentlich möglich ja?

00:39:59: Die Ärzte ZV ja explizit die Anzahl der Mindestsprechstunden nennt, ist das möglich?

00:40:07: und nach meiner Kenntnis machen es auch ganz viele Arztpraxen also jetzt Privatsprechstunde anbieten.

00:40:14: Die werden immer fein säuberlich.

00:40:16: normalerweise in Praxen so wie ich das kenne, werden sie zeitlich getrennt voneinander damit ich da auch nicht durcheinander komme.

00:40:23: aber selbstverständlich ist das

00:40:26: Das finde ich nämlich einen ganz spannenden Punkt, weil ich auch wahrnehme dass das viele Kolleginnen und Kollegen im Moment umtreibt.

00:40:33: Wie kann ich mich selber so positionieren?

00:40:36: Dass nicht mehr so mir gefallen lassen muss wie damit umgegangen wird, weil das schlimmer an diesem Gesetz was wirklich glaube ich uns Ärztinnen und Ärzte hart getroffen hat ist einfach die Politik hier komplett fehlende Wertschätzung signalisiert hat, dass einfach hier nie jetzt mal eine Stimme der Ärzte gehört wurde oder irgendwie auch mal probiert wurde die Versorgungsrealität wahrzunehmen so wie sie ist.

00:41:08: Da ist aber noch ein Punkt der mir bei ganz vielen Gesprächen zurückgespiegelt worden ist Die Kollegen sind alle sauer auf die Politik Und alle haben Probleme damit, jetzt durch Umgestaltung der Sprechstunde das Gefühl zu haben die Patienten für etwas zu bestrafen was die Politik eigentlich nicht richtig auf die Kette bekommen hat.

00:41:30: Denn man muss natürlich sagen, die Patienten sind vielfältig bei uns Hausärzten auf unserer Seite.

00:41:35: Ich erinnere an diese riesige Unterschriftenkampagne mit fast sixhunderttausend Unterschriften vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband.

00:41:45: aber jetzt eben auch haben ja ganz viele Verbände aus wie Fachärztlich die Patienten aufgerufen E-Mails an die Bundestagsabgeordnete zu schreiben und zumindest aus Hessen weiß ich dass sie echt entgenervt waren von der Flut an E-Mails, die über die Jahre eingebrochen ist.

00:42:02: Haben mich auch zumindest eine hat mich gebeten dagegen was zu tun.

00:42:09: und da muss man ganz ehrlich sagen Das verstehe ich sehr gut, dass da jetzt so ein Wunsch ist eigentlich der Politik zu zeigen wo der Hammer hängt und nicht jetzt am überlegen wie man Patienten bestraft indem man denen den Zugang verwehrt in die Praxis oder letztendlich sie sanft umleitet eine Privatsprechstunde.

00:42:34: Also ich möchte noch mal sagen wir haben auch wirklich ein großes Leumund Problem in der ambulanten Medizin.

00:42:40: Ich habe es jetzt mehrfach gehört von Leuten, die mit unserem Landesgesundheitsministerium zu tun hatten und mit dem Minister.

00:42:49: Das ist dort hieß ja uns interessiert vor allen Dingen die Krankenhauslandschaft dann kommt da nichts.

00:42:56: Dann kommt die Pflege in den Krankenhäusern.

00:43:00: Da kommt wieder lange nichts und da kommt irgendwann auch die ambulante Medizin und das mit dem Hintergrund dass immer wieder gesagt wird Einfach überbezahlte Leute sind die keine Arbeit leisten.

00:43:15: Und

00:43:16: an dem Thema kranken wir total und an dieser Stelle gibt es einfach auch, das hat man in der Bundesratsreaktion gesehen, keine Einsicht dass man hier was verbessern muss und mir ist momentan ein bisschen schleiherhaft wie wir das in die Politik wieder reinbringen was wichtig wäre, um ambulante Versorgung einmal wertzuschätzen.

00:43:45: Und ich habe das neulich gesagt Christopher war ja bei Kaffee Digital und haben zusammen dort in einem Panel gesprochen.

00:43:53: Da hab' ich gesagt je der jede Person die regularer Form regulativ unterwegs ist in Sachen Medizin muss zwangsläufig in Praxen hospitieren und dass eben nicht im Berlin sondern auf dem Land in der Fläche.

00:44:10: Ob das jetzt bei euch in Hessen ist, ich bin ja hier... Das habe ich heute schon festgeschafft.

00:44:13: Ich bin ganz alleine der Einzige, der nicht Hesse ist hier also an die Zuhörerschaft gerichtet.

00:44:20: Ihr seid nicht allein!

00:44:20: Ich fühle mich genauso alleine aber ich bin halt genau so auch mit Niedersachsen wirklich im Flächenland schlechthin und solange dort nicht Leute bei uns reinschauen aus der Politik wird sich da auch nichts verändern.

00:44:38: Da bin ich ganz bei dir, Marc.

00:44:41: Also ich würde den einen Punkt gerne als Merkposten parken weil auf die Berliner Politik bubble und ihren Blick auf die Region sollten wir auf jeden Fall nochmal zurückkommen.

00:44:52: da habe ich sicherlich noch die ein oder andere Anekdote zu erzählen was da tatsächlich Leute glauben wie Versorgen läuft und weswegen das total wichtig ist dass man in die Regionen geht.

00:45:04: Mir ist wichtig folgende Punkte in sofern einzubringen.

00:45:07: Ich finde das mit den Krankenhäusern wenig überraschend und im Bundesrat, warum?

00:45:14: Ich glaube es ist nicht ganz allgemein bekannt.

00:45:17: wer sind denn die größten Eigentümer von Krankenhäuser?

00:45:22: In aller Regel sind das die Länder und deren Kommunen, die ein Großteil des Krankenhausmarktes ausmachen und so erklärt sich das natürlich schon dass sechshundert Millionen Euro einen Bundesrat dazu bewegen anders abzustimmen als das vorher diskutiert wurde, unmittelbar.

00:45:40: Vorher ist das Hemd halt näher als die Hose so würde ich das nehmen.

00:45:45: Der zweite Punkt ist der Wert der Praxen.

00:45:50: Ich hatte euch im Vorgespräch gesagt, ich habe zu Corona-Zeiten als Leiter rechter KBV angefangen.

00:45:55: und eins muss man sagen wenn die ambulante Versorgung was bewiesen hat, ist dass sie der Teil der medizinischen Versorgung in unserem Land war.

00:46:05: Der nicht gewankt hat als wir diese große Gesundheitskrise hatten und gerade erinnert euch an die Impfkampagnen.

00:46:14: Wie haben wir denn damals diesen Impfbooster hochgetrieben?

00:46:17: Indem wir samstags und mittwochs den Leuten mit was Samstag und Sonntags den Arztpraxen mehr bezahlt haben pro Impfung.

00:46:25: Und auf einmal ist der Impf Booster entstanden.

00:46:27: warum?

00:46:28: weil die Leute natürlich in der Woche ausgelastet waren und dann haben sie einfach ein oder zwei Tage oben drauf gehängt.

00:46:36: Und zack hat was funktioniert, und zwar unheimlich schnell, unheimig dezentral.

00:46:40: Das ist die Stärke unseres Systems.

00:46:44: Warum vergisst man das in Teilen?

00:46:46: Ich glaube, weil am Ende des Tages immer wieder so der Eindruck entsteht über einen Betrieb mit drei oder vier Mitarbeitern, oder Praxis drei, vier Mitarbeiter.

00:46:57: Oder eine größere Praxis mit zwanzig vielleicht vierzig Leuten das ist halt ne andere Nummer.

00:47:02: da kommt man nicht in die Lokalzeitung und das interessiert vielleicht den regionalen Abgeordneten deswegen nur begrenzt.

00:47:08: Und ich glaube in der Tat darüber muss man reden.

00:47:11: und ihr habt ja zu Recht gesagt die Patientinnen und Patienten Das sind diejenigen Die an der Stelle auf eurer Seite oft streiten.

00:47:19: so und deswegen würde Ich auch ein einen Punkt aus der Debatte und dem würde ich, das wäre mein letzter Punkt auch nochmal widersprechen.

00:47:28: Niemand sagt hier ernsthaft ihr wolltet oder wir wollten.

00:47:34: niemand will Patienten bestrafen.

00:47:36: Das will niemand.

00:47:38: Worüber wir hier reden ist wie Gehe ich mit ökonomischen Realitäten um, was kann denn meine Arztpraxis oder meiner psychotherapeutische Praxis leisten?

00:47:50: So und selbstverständlich wird auch niemand von jemandem verlangen.

00:47:54: Ihr macht das ja aus einer Medizinisch Aus einer Begeisterung für euer Fach heraus aber Selbstverständlich wollt ihr euch davon auch ernähren und kein Geld mitbringen.

00:48:04: Und darum geht es doch im Ende des Tages.

00:48:06: und Ich glaube dass kann man Menschen auch erklären dass der Ertrag am Ende des Tages stimmen muss.

00:48:16: und ein letzter Satz.

00:48:18: Ja, es gelingt Geneigten immer wieder zu framing das was wir ärztliches Honorar nennen, also die Orientierungswertverhandlung, das Fliese in eure Tasche.

00:48:31: Das ist aber ungefähr so als bei einem Unternehmen zu sagen ja Der Umsatz ist der Gewinn!

00:48:37: Das ist völliger Quatsch.

00:48:39: Im Prinzip der Arztlohn, den ihr da rausnimmt.

00:48:42: Da zahlt ihr MFA's schon?

00:48:44: Ihr stellt glaube ich... Ich meine dass hier über siebenhunderttausend Leute in den Arztpraxen beschäftigt sind insgesamt.

00:48:51: Ihr habt natürlich eine Miete zu bezahlen!

00:48:54: Ihr habt Geräte zu bezahlen und im Zweifel auch noch den Arzsitz, den ja euch irgendwann gekauft ist, der dann abzubezahlen ist.

00:49:02: also um es kurz zu machen.

00:49:05: Das ist eine Verkürzung Und darauf müssen wir aufmerksam machen, dann müssen wir drüber aufklären.

00:49:13: Ja aber die Verkürzung, die du ansprichst ist... Die betrifft eigentlich vor allen Dingen das Wachstum in vielen Praxen.

00:49:23: Bei den Psychotherapeuten und bei den Fachärzten durch die Terminvermittlung ist es ja ein echter Umsatzverlust, also sie bekommen... ...bei den Hausärzte könnte man jetzt sagen solang sie nicht wachsen bekommen Sie Pi mal Daumen dasselbe wie jetzt.

00:49:37: Und es ist dann eher die Kostensteigerung, die dafür sorgt, dass unter dem Strich weniger übrig bleiben.

00:49:46: Aber beim Fachärzt um Psychotherapeut selbst wenn sie das gleiche arbeiten, bekommen sie ja tatsächlich real weniger Geld.

00:49:54: Hast du recht?

00:49:56: Und da wäre ich schon bei meinem ersten Fall der Berliner Bubble!

00:49:59: Wenn ich mich hier... Ich komme zwar aus Hessen wie ihr beiden auch für die beiden Christians oder Tino und Christian auch.

00:50:06: aber ich lebe heute in Berlin und ich lege im Schöneberg.

00:50:10: Wenn ich hier aus meinem Umfeld, aus meiner Haustür heraus trete dann habe Umkreis von etwa fünfhundert Meter fußläufig drei Hausarztpraxen.

00:50:22: So, denkt der Berliner?

00:50:24: Na ja gut!

00:50:25: Also die Berliner Politikbubble funktioniert das ja irgendwie in der Begrenzung.

00:50:30: Wenn die Wüsten wie das bei Marc Harnfeld im Bremer Förder aussieht – weil da kann ich vermutlich lange laufen bis ich die nächste Hausarzpraxis erreiche.

00:50:41: und Jetzt ist Mark ja ein sehr junger Mensch, aber ich gehe davon aus dass er wahrscheinlich einer der jüngsten Hausärzte in seinem Sprengel ist.

00:50:53: Und was passiert denn wenn dieser Hausarzt nebenan seine Pforten schließt?

00:51:00: Zu wem gehen die dann?

00:51:02: im Zweifel?

00:51:03: werden sie bei Marc Hanefeld anklopfen und sagen können Sie mich noch aufnehmen?

00:51:07: und jetzt muss Mark sich überlegen naja aber die Politik sagt mir doch eigentlich Naja, wir zahlen weniger Geld wenn du mehr Patienten behandelst.

00:51:19: Also wollen wir das eigentlich nicht?

00:51:21: Das ist doch absurd!

00:51:22: Insofern sind wir da schon bei dem ersten Beispiel der Berliner Bubble.

00:51:26: Aus Berlin leicht gesprochen und in Primaförde sieht es anders aus.

00:51:32: Dass genau so bei uns passiert habe ich im Podcast auch schon darüber gesprochen.

00:51:37: Meine Nachbarpraxis, also davon hätte man nicht weit laufen müssen meine Nachbargebäude von meiner Praxis.

00:51:43: Da war auch ein Hausarzt drin, aber der hat aufgehört.

00:51:49: Und zwar auch mit einer hohen Fallzahl.

00:51:52: Dann kommen die Leute und suchen neuen Arzt.

00:51:56: was habe ich gemacht?

00:51:57: Ich hab glaube ich sechs, siebenhundert Leute oder sowas achthundert aufgenommen.

00:52:03: Die Logik wäre ja zu sagen naja gut da ist einen aus dem System weg jetzt macht er die Arbeit schafft ihr irgendwie also kann man das auch bezahlen.

00:52:13: in der Realität kommt aber an Nee, wir können euch nicht mal bezahlen.

00:52:17: Wir haben zwar weniger Ärzte die gleiche Arbeit machen aber es ist weniger Geld da und das kann man irgendwann niemandem mehr erklären.

00:52:25: Da muss ich auch sagen alle, die ich kenne, die jetzt am Anfang des Jahrzehnts oder kurz davor Praxen übernommen haben und auch so wie ich mit jetzt erst relativ neu drin sind und Kredite laufen haben usw.

00:52:39: Da denken ganz viele ans Aufhören aus diesen Gründen Mit Wertschätzung zu tun.

00:52:46: Das hat damit zu tun, dass der Logik nicht da ist in der Bezahlung der Fälle und es hat mit verlorenem Vertrauen zu tun weil wir nicht darauf vertrauen können das die Politik uns stabile Verhältnisse schafft wie wir jetzt vorhin schon mehr voraus gearbeitet haben.

00:53:02: Und um so langsam mal zum Schluss zu kommen wäre das nämlich auch der Punkt wo ich sage was der Ausblick ist ja wir kriegen dann jetzt im Herbst Das zweite Pampflet der Finanzkommission Gesundheit, wo es um die Strukturreform gehen soll.

00:53:23: Es wird dann sicherlich auch dieses Primärarztsystem herausgearbeitet werden.

00:53:28: Wir haben jetzt schon festgestellt, dieses Primäarztystem braucht wahrscheinlich mehr Kapazitäten.

00:53:32: Das ist erst schon mal uns an Mengenbrenzung wieder weggenommen.

00:53:38: Mehr Fälle bedeutet Abschlag, die Steuerungsanreize, die im Primärarztsystem notwendig werden – also die Steuerung, das ist jetzt gestrichen worden.

00:53:48: Christoph was denkst du?

00:53:50: Was haben wir denn dann von diesem großartigen Struktur-Reformgesetz, was dann ja im Herbst kommen soll, denn dann zu

00:53:59: erwarten?".

00:54:01: Christian, da bin ich total gespannt drauf.

00:54:04: Ich habe allerdings keine großen Hoffnungen!

00:54:09: Ich will euch da mal folgende Anekdote zu erzählen.

00:54:14: Die machen ja immer so Arbeitsgruppen-Workshops und ich saß in einer Runde drin ungelogen, da waren knapp vierzig Leute Da waren Patientenvertreter, Verbraucherzentrale, KWV-Verbände.

00:54:30: Die Krankenkassen waren da und da ging es darum zu diskutieren was dann in der Primärversorgung stattfinden soll.

00:54:39: Und da wurde wild diskutiert was Hausärzte denn alles machen würden und machen sollten?

00:54:46: Und da gab es einen Moment, diese Sitzung hat dreieinhalb Stunden gedauert und ich bin eigentlich in ruhiger Zeit genossen.

00:54:52: Dann gab's ein Moment, da bin ich wirklich explodiert.

00:54:55: Da hatte sich jemand gemeldet Ich werde das jetzt nicht weiter konkretisieren und habe gesagt, na ja eigentlich sollten sich Hausärzte doch auch um soziale Belange kümmern wie zum Beispiel Schuldnerberatung.

00:55:07: Und dann bin ich völlig aus beim Anzug geflogen und hab gesagt so Jetzt ist mal Schluss.

00:55:15: Ärztinnen und Ärzte

00:55:17: haben

00:55:17: vor allem was gelernt, das ist Medizin.

00:55:21: Und ich glaube auch dass Hausärzte gut steuern können.

00:55:24: Was Hausärste aber nicht können und auch nicht machen sollten weil unser System damit völlig überfordert wäre ist wenn sie jetzt der Ansprechpartner für alle sozialen Belange werden die überhaupt nichts mit Medizin zu tun haben.

00:55:38: Das sollte man auch nicht anfangen zu propagieren.

00:55:42: Was will ich damit sagen?

00:55:44: Bisher kenne ich noch kein Papier, was uns richtig genau sagt.

00:55:48: Also aus dem Hause des BMG wie denn das funktionieren soll?

00:55:52: Wir haben da als KWV zu Vorschläge gemacht und unsere Vertreterversammlung hat dazu Vorschlläge gemacht.

00:55:58: es gibt auch andere Vorschlage aber Ich kenne bis dato nichts Geordnetes.

00:56:05: Aber eins ist mir klar wenn man nicht sagt ich Incentiviere dabei und vor allem Sorge auch für Verbindlichkeit im System Weil das ist genau das, was wir immer gesagt bekommen.

00:56:17: Wir sagen, wir tragen vor... Naja wenn der Hausarzt beispielsweise den Patienten sagt du musst nicht zum Facharzt gehen.

00:56:27: Das meine medizinische Meinung.

00:56:28: Es sind bestimmt Fälle die ihr schon häufiger mal gehabt habt.

00:56:33: Dann sagen wir immer wieder dann muss das eigentlich auch gehalten und zwar verbindlich auch gegenüber dem Patienten.

00:56:39: Was er dann privat bezahlt?

00:56:41: Das is uns egal.

00:56:43: Aber Dann kriegen wir gesagt, naja aber mit Verbindlichkeit gleich.

00:56:47: im ersten Schritt wollen wir das nicht ausprobieren.

00:56:49: und wenn man das so macht.

00:56:50: Und das ist meine Sorge Christian!

00:56:52: Da macht man wieder genau das Gleiche wie ich die vergangenen Reform jetzt auch bezeichne dann schafft man den nächsten Reformpopanz dieser Republik.

00:57:02: Hey aber vielleicht verkaufe ich ja ein paar Krypto-Geschichten usw.. Das ist mir gerade eingefallen... Ich hab da so'n paar Sachen hier.

00:57:09: pass mal auf, nee machen was später?

00:57:11: Ich habe mir auch schon gedacht, ich komme demnächst zu euch in die Praxis und versuch mal Möbel zu kaufen.

00:57:16: Ja!

00:57:17: Gute Idee.

00:57:19: Aber wir können noch historische Wurzeln angraben und wieder anfangen Haare zu schneiden.

00:57:25: Schön oder Zähne zu ziehen?

00:57:28: Oder

00:57:28: Zähnen zu ziehen genau.

00:57:30: Da fahren wir mit so einem Wagen auf den Marktplatz

00:57:35: aber mal ernsthaft.

00:57:37: Also mir kommt das vor, als würde man sich vorbereiten im BMG auf etwas was ich verwaltungszentrierte Versorgung nennen würde.

00:57:47: Ihr seht dass mit dem Paragrafen fünfundzwanzig B den es jetzt im SGB fünf gibt der vorsieht dass die Krankenkassen ihre Versicherten anschreiben können und auf gesundheitliche Risiken wie Herzinfarkte oder sonstwas hinweisen könnten dann wird jetzt auch die Möglichkeit ist eröffnet Trinkt zu viel, ich bin zu dick und dann kriege ich tolle Ratschläge von der Krankenkasse.

00:58:12: Mal ehrlich!

00:58:14: Also unter uns Pastoren töchtern... Wenn ich Posts von meiner Krankenkassel bekomme, dann wandert in aller Regel dieser Brief ungeöffnet in die Rundablage.

00:58:29: Warum?

00:58:30: Weil wenn ich ein medizinisches Anliegen habe – das will ich manchmal echt positiv – dann will ich doch als Versicherte….

00:58:36: Das mache ich gar nicht als Jurist sondern Einfach als Mensch und auch manchmal bin ich ja auch Patient.

00:58:41: Dann will ich zu euch gehen, ich will behandelt werden, dass man sich um meinen Anliegen kümmert.

00:58:47: mit wem ich garantiert nichts zu tun haben möchte wenn es mir nicht gut geht ist mit Verwaltung.

00:58:53: Und davor... Das ist glaube ich der Kampf den wir führen müssen das man nicht auf die Idee kommt in diesem Punkt beim Thema Versorgungssteuerung zu sagen, ja jetzt stärken wir die Aufgaben der Krankenkassen dann sollen sie irgendwas machen.

00:59:08: Man kann Menschen nicht gesund verwalten man kann Menschen nur

00:59:11: behandeln.".

00:59:13: Aber die persönliche Ansprache geht in alle Richtungen.

00:59:16: Christoph.

00:59:17: das betrifft Juristen auch.

00:59:18: also wenn ich ein juristisches Problem habe da möchte ich mich auch lieber mit einem Mensch unterhalten als mit irgendeiner mit einer Stimme am Telefon.

00:59:28: Aber davon abgesehen, man muss auch sagen es funktioniert nicht.

00:59:31: Die haben alle teilweise herrschender Ideen vor.

00:59:35: also ihr alle wisst ja beispielsweise wie die guten Gesundheit LLMs funktionieren was sie für Erfolgskoten haben.

00:59:41: da kann man auch wirfen das wesentliche und deswegen kann man immer nur dafür werben Das ist ja das Tolle an eurem hausärztlichen beruf in dem ihr Menschen Im Idealfall Landärzte ja über das ganze Leben hinweg begleitet, kennt ihr die Menschen auch und ihr wisst auch ein Symptom einzuorden.

01:00:03: Und genau wenn man aufhört auf diese Dezentralität zu bauen, darauf zu bauen auch normativ einfach unverständlich Leuten Ärztinnen und Ärzte Anreize zu bieten sich niederzulassen Und einfach ihr Geschäft zu betreiben, was ganz viel auch mit menschlicher Beziehung zu tun hat.

01:00:21: Wenn man da ständig reinkriegt dann geht das kaputt und dann kann man so viel steuern wie man will Dann fährt das Schiff letztendlich vor die Wand.

01:00:32: Das ist eigentlich schon ein sehr großes Schlusswort Was ich doch ergänzen wollen würde und zwar damit Selbst wenn man So wie ich gerade an die Wand geworfen habe Die ambulante Medizin im Prinzip absichtlich an die Wand fahren möchte, um im VZ zu sorgen.

01:00:49: Selbst wenn man damit in der Quantität eine gewisse Versorgung schafft dann ist das in der quantität vielleicht machbar aber immer noch nicht in der Qualität und dass es immer noch eine menschliche Beziehung auf der das stattfindet, in der Psychotherapie findet.

01:01:09: Das ist sowieso die Grundvoraussetzung.

01:01:12: In der ambulanten Medizin ist es auch so Und das haben wir auch spärfach gesagt, wenn man mitbekommt wie Leute in Krankenhäuser behandelt werden.

01:01:23: Das können wir einfach besser und zwar aufgrund dessen was Christoph eben genau so umrissen

01:01:28: hat.

01:01:33: fast mal zusammen.

01:01:35: Was da hängen bleibt, ist dass das Beitrags- stabilisierungsgesetz jetzt kein

01:01:39: Reformgesetz

01:01:40: ist sondern wirklich ein reines Spargesetz zu Lasten derer die den Hauptteil der Versorgung tragen.

01:01:46: denn überführen neunzig Prozent der versorgen findet eben ambulant statt.

01:01:50: und die eigentlichen strukturprobleme das hatten wir schon vorher natürlich auch gewusst die bleiben unangetastet.

01:01:57: und es ist natürlich an die selbstständigen kolleginnen und kollegen Das ist ein sehr fatals Signal einer unionsgeführten Regierung, dass auf bestimmte gesetzliche Zusagen kein Verlass ist.

01:02:08: Dass Wachstum bestraft wird und Selbstständigkeit einfach topidiert wird und Planungssicherheit in dem System leider nicht mehr gegeben ist.

01:02:17: Deshalb sind wir natürlich auch sehr gespannt was da an Strukturreformen im Herbst kommt und werden da auch ganz genau hinschauen was der Herbst bringt.

01:02:26: Und ja vielen Dank Christoph an dich, dass du hier heute bei uns zu Gast warst.

01:02:30: Das war eine sehr interessante Folge und es war wirklich toll mal Einblicke zu bekommen in das wie jetzt auch das Ganze in die konkrete Umsetzung geht.

01:02:40: Ich glaube ich spreche jetzt für uns alle drei, dass wir uns da wirklich freuen und dass die KV'n dahinter uns stehen denn das brauchen wir leider im Moment auch so.

01:02:52: Die KV unstanden immer in uns.

01:02:54: Wir haben es nur noch nie so richtig

01:02:55: gemerkt.".

01:02:58: Das war das Arztgespräch mit Christian Köhler, Mark Harnefeldt, Tino Sommerbrot

01:03:03: und

01:03:03: Christoph Weinrich.

01:03:04: Und unser Thema heute war Winter is coming!

01:03:07: Überstehen die Praxen den Sparfrost aus Berlin?

01:03:10: Wenn euch die

01:03:11: Folge gefallen hat freuen wir uns wenn ihr sie teilt oder positiv bewertet oder ihr unseren Podcast abonniert

01:03:19: Und auf unserer Webseite www.das-arztgespräch.de findet ihr die Shownodes zur Folge inklusive der zugehörigen Informationen, Quellenangaben und natürlich alle anderen Folgen unseres Podcasts.

01:03:33: Bis

01:03:37: demnächst!